Basketball: Dritte Pleite in Folge für Neuss Tigers

Basketball: Tigers trennen sich wie erwartet von US-Profi

Der Basketball-Zweitligist aus Neuss hat den Vertrag mit Henrietta Wells aufgelöst. In Rotenburg setzt es dritte Pleite in Folge.

Bereits vor der 56:65-Niederlage (Halbzeit 32:33) bei der BG 89 AVIDES Hurricanes in Scheeßel hatte Basketball-Zweitligist TG Neuss Tigers Nägel mit Köpfen gemacht: Trainer Antoine Braibant schickte das auf diesem Niveau überforderte US-Girl Henrietta Wells wie erwartet nach Hause – und begründete den radikalen Schritt kurz und knapp: „Sie ist nicht die Spielerin, die ich erwartet hatte.“

Auch mit der Analyse der dritten Niederlage im dritten Match war der Belgier schnell fertig: „Mit den Spielerinnen, die wir im Moment haben, sind wir einfach nicht gut genug, um zu gewinnen.“ Mit Blick auf seine von einem Rippenbruch vorerst auf Eis gelegte wertvollste Akteurin Franziska Worthmann stellte er außerdem klar: „Wir vermissen Franzi, ohne Frage. Mit ihr hätten wir definitiv schon zwei Siege auf dem Konto.“

Wie in allen bisherigen Pflichtspielen lag auch gegen Rotenburg das Hauptproblem klar auf dem Tisch: Die Verteidigung der Tigers ist absolut in Ordnung, aber in der Offensive hakt es. „Da haben wir zu wenig Spielerinnen, die den Ball in den Korb bringen“, beklagt der Coach. Während die Hurricanes in den US-Imports Kama Griffitts (15 Punkte, 5/9 Dreier) und Alecia Cooley (11 Punkte, 19 Rebounds) sowie Andrea Baden (12 Punkte, 2/3 Dreier) und Pia Mankertz (12) vier Akteurinnen mit zweistelligen Punktezahlen aufs Parkett schicken konnten, war es bei den Tigers in Natalie Bastian (23 Punkte, 3/6 Dreier) nur eine. Weil sich die Amerikanerin in der Rolle der Topscorerin nicht wie erforderlich um die Regie kümmern kann, kündigt Braibant an: „Wir werden eine Spielmacherin verpflichten – und das möglichst schnell.“

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Die personell dezimierten Tigers zeigten auch in Scheeßel Herz, arbeiteten sich im zweiten Viertel nach 19:31-Rückstand (16.) mit einem 10:0-Lauf wieder bis auf zwei Punkte heran (29:31/19.). Auch im dritten Abschnitt geriet Neuss schnell ins Hintertreffen (37:51/25.) Zwar kamen Braibants Mädels über 47:51 (30.) noch mal zurück, schnupperten beim 56:59 (37.) an der Wende, doch die Aufholjagden hatten zu viel Kraft gekostet. Einen Vorwurf mochte der Trainer seinen am Ende  wiederum tieftraurigen Schützlingen indes nicht machen. „Ich bin ihnen nicht böse, sie haben wirklich alles gegeben. Mehr ist eben im Moment nicht drin.“

Übrigens: Als die Turngemeinde das letzte Mal mit drei Niederlagen in eine Zweitliga-Saison gestartet war, saß noch Mathias Gierth auf der Trainerbank. In der Saison 2011/12 dauerte es gar bis zum vorletzten Spieltag der Hinrunde, ehe der erste Sieg gelang. Nach zuvor acht Pleiten in Folge gab es am 12. Dezember 2011 zum Debüt der gerade erst verpflichteten US-Amerikanerin Connie James (erzielte auf Anhieb 20 Punkte) zu Hause einen 65:52-Erfolg gegen den ASV Moabit Berlin. Am Ende der zweiten Spielzeit im Bundesliga-Unterhaus stand mit sieben Siegen der Klassenverbleib.

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