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Basketball: Derby zwischen TG Neuss Tigers und Bascats Düsseldorf

Basketball : An diesem Derby ist gar nichts normal

Corona-Pandemie, die einigermaßen überraschende Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die Rückkehr von Kita Waller an ihre alte Wirkungsstätte – das Basketball-Duell der Tigers mit den Bascats sorgt für reichlich Gesprächsstoff.

Nein, ein normales Spiel der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord ist das Duell der TG Neuss Tigers mit den Capitol Bascats Düsseldorf am Samstag (17.30 Uhr) in heimischer Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße nun wirklich nicht.

Wegen der Corona-Pandemie haben beide Teams seit sieben Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten. Die Tigers setzten sich am 5. Dezember mit 77:58 in Grünberg durch, die Capitols triumphierten drei Tage zuvor im Gipfelkampf mit 69:61 bei den RheinLand Lions. Am Mittwoch darauf hätte es in Neuss zur direkten Konfrontation der Lokalrivalen kommen sollen, doch als Reaktion auf die gestiegenen Fallzahlen schickte die Liga-Führung ihre Teams stattdessen in die Zwangsferien. Und die waren mit der Pressemitteilung der DBBL vom 14. Januar sogar verlängert worden. Die dabei eingeräumte Möglichkeit einer Neubewertung bis zum 15. Februar nahmen die Trainer der beteiligten Teams allerdings wörtlich. Ihrem bei einer Videokonferenz am Samstag mit großer Mehrheit verabschiedeten Antrag, „den Spielbetrieb unverzüglich wieder herzustellen“, ist die Geschäftsführung mit Philipp Reuner inzwischen gefolgt.

Das Problem: Die am Donnerstag veröffentlichte Pressemitteilung enthält keine Hinweise darüber, nach welchem Modus jetzt gespielt werden soll. Auch war TG-Trainer John F. Bruhnke eigentlich davon ausgegangen, mit den Tigers am 30. Januar in Opladen antreten zu können, doch ist diese Partie auf der Seite des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) mit einem roten Kreuz für Spielabsage versehen. Mit der Ankündigung der DBBL, die jeweiligen Spielpläne regelmäßig den aktuellen Begebenheiten anzupassen  und die Begegnungen dann möglichst frühzeitig bekanntzugeben, könnten er und seine Kollegen nicht allzu viel anfangen. „Das macht uns das Leben nicht unbedingt leichter.“

Sich bei diesem Tohuwabohu auf Basketball zu konzentrieren, fällt sogar richtig schwer. Darum findet es Bruhnke gut, dass die Informationsdichte wohl vor keinem Spiel so hoch gewesen sei wie vor dem Derby gegen Düsseldorf. Seit dem geplatzten ersten Date am 9. Dezember ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen, Zeit genug, die schon damals akribische Vorbereitung noch zu intensivieren.

Auch wenn für die Deutsch-Amerikanerin Tatiana Tenorio die Saison nach einer Schulter-OP gelaufen ist, hält Bruhnke große Stücke auf die Multi-Kulti-Truppe seines Kollegen Dhnesch Kubendrarajah. „Das ist eine tolle Mannschaft.“ Mit einem Neuling hat der von Ex-Nationalspielerin Carla Hermann mit 15,4 Punkten im Schnitt angeführte Kader des Tabellenführers so gar nichts mehr zu tun. Die Bascats schicken in den US-Girls Kita Waller (13,0) und Elle Hendershot (5,8), der Österreicherin Anja Fuchs-Robetin (9,0), der 1,93 Meter großen Engländerin Oceana Hamilton (11,4), der Niederländerin Bente van Beers (1,4) und Olatunji Adepoju aus Spanien (3,8) gleich ein halbes Dutzend „Imports“ aufs Feld. Die deutsche Fraktion, vertreten vor allem durch Iva Banozic, Lilly Kaprolat und Sabrina Schmidt, weiß genau, welche (unterstützende) Rolle ihr zugedacht ist. Ganz besonders motiviert dürfte Kita Waller sein. Von 2014 bis zur unschönen Trennung 2017 lieferte die unter Trainerin Janina Pils auf fast allen Positionen einzusetzende Basketballerin aus Georgia zuverlässig ab, gehörte in dieser Zeit zu den besten Spielerinnen im Bundesliga-Unterhaus. Gut möglich, dass die inzwischen 32-Jährige mit den Tigers noch ein Hühnchen zu rupfen hat, wenngleich von ihren alten Teamkolleginnen nur noch Jana Heinrich sowie Ronja und Lisa Spießbach (die Schwestern haben sich allerdings eine Corona-Auszeit verordnet) übriggeblieben sind.

Unabhängig davon spricht Bruhnke von einer surrealen Erfahrung: „Nicht nur die Spielerinnen, auch du als Trainer musst nach der langen Pause wieder in den Rhythmus finden. Es fühlt sich ein bisschen an wie das erste Spiel einer Saison.“