Basketball: Antoine Braibant neuer Trainer der Tigers

Basketball : Neuer Trainer der Tigers kommt aus Belgien

Bei den Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss tritt Antoine Braibant die Nachfolge der von Bord gegangenen Janina Pils an.

Angela Krings, die sich nach einer Operation an der Schulter gerade mitten in der Rehabilitationsphase befindet, hat sich die Sache nicht leicht gemacht. Immerhin galt es für die Leiterin der Basketball-Abteilung der TG Neuss, einen Nachfolger für die nach sieben überaus erfolgreichen Jahren auf eigenen Wunsch ausgeschiedene Trainerin Janina Pils zu finden. Jetzt aber ist die Tinte unter dem Vertrag trocken: In der anstehenden Saison werden die seit 2010 in der 2. Damen-Bundesliga Nord spielenden Tigers von Antoine Braibant betreut.

Der Belgier ist zwar in Deutschland noch ein unbeschriebenes Blatt, verfügt aber trotz seiner erst 30 Jahre schon über jede Menge Erfahrung als Chefcoach. Mit der Ausbildung von Basketballerinnen begann er bereits vor zehn Jahren, als er in seinem Heimatland beim BC Herve Battice, für dessen Herren er noch bis 2011 auch aktiv am Ball war, den U16-Nachwuchs übernahm. Seine Spielerkarriere hatte ihn in der Saison 2007/2008 auch in die vierte italienische Liga zu Cervia Basket geführt. Die vergangenen fünf Jahre verbrachte der Familienvater als Trainer beim belgischen Erstligisten RBC Verviers-Pepinster, den er 2018 auf Rang fünf der Hauptrunde und damit ins Play-off-Viertelfinale um den nationalen Meistertitel führte. Dort unterlag der „Coach des Jahres 2017/2018“ mit seinen Mädels dem späteren Champion BC Belleflamme in zwei Spielen mit 60:61 und 59:86.

Obwohl er beim Verein aus der wallonischen Provinz Lüttich große Anerkennung genießt, gab er im März bekannt, dass er seine Mannschaft verlassen werde, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Und genau da kamen die Tigers ins Spiel: Weil Janina Pils ihr Team in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Vorbereitungsspielen gegen den RBC Verviers-Pepinster antreten ließ, bestand ohnehin Kontakt zu Braibant. Zusätzlich schaltete Angela Krings in Jean-Francois Loop einen Experten für den belgischen und deutschen Markt ein. Der erfahrene Coach, der in den letzten drei Partien der abgelaufenen Saison als Nachfolger des glücklosen Dhnesch Kubendrarajah die Bergischen Löwen tatsächlich noch zum Klassenverbleib in der 2. Liga geführt hatte, ist ein alter Spezi Braibants. Von da an nahm die Geschichte allmählich Fahrt auf: Wie andere Kandidaten auch, lud die TG den Belgier zu einem Probetraining ein. Das muss bei der Mannschaft Eindruck hinterlassen haben, denn von erfahrenen Spielerinnen wie Franziska Worthmann und Jana Heinrich erhielt die Abteilungsleiterin ein positives Feedback. Auch in den persönlichen Gesprächen kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass Braibant, der zwar kein Deutsch, dafür aber neben Französisch und Englisch auch Italienisch spricht, der richtige Mann für die Tigers ist.

Da das Team, das die zurückliegende Saison als Vizemeister der Hauptrunde abgeschlossen hatte, wohl zu 80 Prozent beisammen bleibt – nach Sera Asuamah-Kofoh (Saarlouis Royals) könnte sich in Karo Tzokov noch eine weitere U20-Nationalspielerin in die 1. Liga verabschieden – , ist sein Auftrag klar: „Es soll so weitergehen wie bisher“, sagt Angela Krings. Wenn der Wallone mit seiner neuen Truppe Mitte August in die Vorbereitung einsteigt, hat er auch die Jugend im Blick. Ein erstes Bild von den U18-Mädchen der Tigers machte er sich am vergangenen Wochenende bei der vor heimischem Publikum unter Dach und Fach gebrachten Qualifikation für die Weibliche Nachwuchs-Basketball-Bundesliga.

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