1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Jüchen: Barrierefreies Wohnen im Jüchener Zentrum

Jüchen : Barrierefreies Wohnen im Jüchener Zentrum

Pflegeplätze reichen in Jüchen und Garzweiler bald aus. Gebraucht wird – wegen des demografischen Wandels – barrierefreier Wohnraum.

Pflegeplätze reichen in Jüchen und Garzweiler bald aus. Gebraucht wird — wegen des demografischen Wandels — barrierefreier Wohnraum.

Mit dem Projekt "carpe diem" (o.) ist der Bedarf an Altenheimen gedeckt; gefragt sind barrierefreie Wohnungen wie in Hochneukirch. Foto: Grafik Dorn+Overbeck/Reuter

Die Verhandlungen zwischen Grundstückseigentümer, Investor und Architekt laufen noch. Sobald man sich einigt, wird im Jüchener Zentrum ein Objekt mit barrierefreien Wohnungen und einem Ladenlokal entstehen. Möglich wären 18 oder 36 Wohneinheiten. Für den Neubau soll ein bestehendes Gebäude abgerissen werden.

Eine Entwicklung, mit der auch Bürgermeister Harald Zillikens überaus zufrieden ist. "Wir brauchen mit Blick auf die Zukunft mehr Wohnformen für Senioren, gerade Angebote für barrierefreien Wohnraum." Wie groß der Bedarf sei, habe etwa die starke Nachfrage auf den Seniorenwohnpark am Bahnhof Hochneukirch gezeigt. Für Zillikens würde das neue Projekt in den Ansatz passen, die drei Siedlungsschwerpunkte Jüchen, Hochneukirch und Bedburdyck/Gierath zu stärken. "Es ist wichtig, dass ältere Leute im Zentrum leben können", so der Verwaltungs-Chef. Auch unter diesem Aspekt sei die Ansiedlung des "Lidl"-Filiale an der Kölner Straße — der Abriss der Fahrzeughalle von Ford Wirtz hat bereits begonnen — sinnvoll.

Dabei habe sich die Einschätzung, wo Senioren ihren Lebensabend verbringen sollten, geändert. CDU-Planungspolitiker Herbert Kreutz erinnert an die damalige Diskussion um den Bau des Seniorenzentrums Haus Maria Frieden: "Damals gab es auch Vorschläge, am Ortsrand zu bauen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Nähe zum Zentrum und auch zum Friedhof für Ältere wichtig ist." — CDU-Gemeindeverbandschef Christoph Schmitz ergänzt: "Senioren gehören ebenso in das Zentrum wie Angebote für den Nachwuchs, etwa Kindertageseinrichtungen."

Anders als bei barrierefreien Wohnformen sieht der Verwaltungs-Chef "keinerlei" Bedarf für weitere Pflege-Einrichtungen. Zurzeit gibt es mit dem "Haus Maria Frieden" ein Angebot mit Pflegeplätzen im Jüchener Zentrum. Ein neuer Seniorenwohnpark entsteht jetzt an der Garzweiler Allee/Ecke Priesterath. Für den Neubau wird am Donnerstag, 25. April, das Richtfest gefeiert. In Garzweiler realisiert "Carpe diem" neben 86 stationären Pflegeplätzen auch 36 Einheiten für betreutes Wohnen.

Laut Bürgermeister Harald Zilikens liegt die Gemeinde mit diesen beiden Einrichtungen innerhalb des Rahmens, den der "Silberne Plan" des Rhein-Kreises Neuss vorgibt. Für Jüchen seien darin 170 bis 180 Plätze vorgesehen. Interesse an einem weiteren Ausbau hat Zillikens nicht, "auch wenn es immer wieder Anfragen gibt".

Im Rhein-Kreis Neuss droht in einigen Kommunen durch Neubaupläne für Pflegeheime ein Überhang. Kreis-Sprecher Harald Vieten warnt vor den Folgen: "Die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung spiegeln sich auch im Gemeinde- und Kreishaushalt wider, denn über das Pflegewohngeld und über die Hilfe zur Pflege muss der Kreis in hohem Maße die Kosten tragen, die durch die Inanspruchnahme der Pflegesätze in den Heimen entstehen." Sinnvoll wären etwa Mehrgenerationen-Wohnprojekte, Senioren-Wohngemeinschaften oder betreutes, aber möglichst selbstständiges Wohnen.

(NGZ/rl)