Jüchen : Bands bekommen Proberaum

Ab September können bis zu vier Jüchener Bands im ehemaligen Kraftraum der Peter-Bamm-Halle proben. Finanziert wird das 20 000-Euro-Projekt der Gemeinde und des Gemeindejugendrings durch die Bürgerstiftung.

Zahlreiche junge Musiker leben in Jüchen. Jetzt will die Gemeinde ihnen einen Raum zum Proben bieten. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Kraftraum in der Peter-Bamm-Halle, der seit einiger Zeit nicht mehr genutzt wird. "Nach dem Beschluss im Kultur- und Sportausschuss sind alle jungen Nachwuchsbands in Jüchen dazu aufgerufen, sich zu melden", sagt Bürgermeister Harald Zillikens, dem es wichtig ist, sich für die Jugend zu engagieren. Maximal vier Bands könnten sich den begehrten rund 35 Quadratmeter großen Raum teilen. Voraussetzung: "Die Musiker sollten überwiegend aus Jüchen kommen."

Im September soll der Umbau abgeschlossen sein. Dann ist der Raum schallisoliert, es werden genügend Steckdosen vorhanden sein und auch der erforderliche Notausgang. Außerdem wird der Raum gestrichen, denn die Musiker sollen sich wohlfühlen. "Das Projekt wird etwa 20 000 Euro kosten und von der Bürgerstiftung, die das Geld der Sparkassenstiftung verwaltet, finanziert", erklärt Zillikens. Bisher war die Gemeinde kein einfaches Pflaster für Nachwuchsmusiker. Oft gründeten sie keine Band, weil sie keinen Raum zum Proben hatten, oder lösten sich wieder auf.

Vor wenigen Monaten entstand die Band "Ach So" um Sängerin und Gitarristin Nina Neuenhaus (12). "Unsere Probe-Garagen werden ständig zugeparkt. Wir brauchen dringend einen Proberaum", sagt die junge Musikerin. Festgelegt haben sich "Ach so" auf deutschen Pop-Rock – "mal mehr poppig, mal mehr rockig". Die Musiker wünschen sich, sagt Nina, ihre Lieder einmal vor Publikum zu präsentieren, "aber dazu müssen wir regelmäßig proben können". Dass die Gemeinde jetzt die Lösung bietet, freut die vier Pop-Rocker. "Wir werden uns auf jeden Fall auf die Ausschreibung bewerben", sagt Nina.

Bisher liegen beim Gemeindejugendring zwei Anfragen von jungen Bands vor. "Ich habe mich im Internet über Facebook und Myspace auf die Suche nach Jüchener Bands gemacht", erzählt Leiter Stefan Bredt. "Wichtig ist, dass die Musiker eine Band sind oder eine werden wollen. Wir bieten den Proberaum nicht an, um einmal in der Woche Krach zu machen", sagt er und lacht.

Auch für den Gemeindejugendring ist das Projekt Neuland. Dessen Mitarbeiter wollen die Musiker begleiten und ihnen zur Seite stehen. "Wir verschaffen den Bands Auftrittsmöglichkeiten, helfen ihnen, wenn sie Demo-Aufnahmen machen möchten und entwickeln ein Bandmarketingkonzept mit ihnen." Bredt geht davon aus, dass in etwa einem Jahr alles "auf den Weg gebracht" sei.

(NGZ)