Jüchen : Bande schlug auch in Jüchen zu

Nachdem die Düsseldorfer Polizei eine internationale Diebesbande festgenommen hat, dehnt sie ihre Ermittlungen nun auch auf den Rhein-Kreis aus. Die Täter schlugen auch in der Jüchener Grundschule "In den Weiden" zu.

Es sind 46 Taten, die der Einbrecherbande nachgewiesen werden konnten. Doch die Ermittler der Düsseldorfer Polizei gehen davon aus, dass dies nur die Spitze des Eisbergs gewesen könnte. Sie dehnt jetzt ihre Arbeit auf das Umland der Landeshauptstadt aus. Fest steht, dass die Täter auch in der Jüchener Gemeinschaftsgrundschule "In den Weiden" zuschlugen.

Zunächst unbekannte Täter waren dort in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni 2010 eingestiegen und hatten hier diverse Räume durchsucht. Als sie versuchten, einen Tresor zu öffnen, scheiterten sie und flüchteten.

Die Polizei geht aufgrund der gesicherten Spuren nun fest davon aus, dass die jetzt festgenommenen sechs Männer für diese Tat verantwortlich sind, erklärte Sprecher Andreas Czogalla auf Anfrage.

"Wir gehen davon aus, dass die Bande im gesamten Düsseldorfer Umland und auch darüber hinaus aktiv war", so Rainer Reinhardt, der als Leiter der Ermittlungskommission "Tafel" letztlich für die Verhaftung der Männer verantwortlich war. Auffällig ist laut Polizei, dass die Männer immer nach einem ähnlichen "Modus Operandi" gearbeitet hatten. "Es wurden Fenster oder Türen aufgehebelt, anschließend wurden Räume in den Verwaltungstrakten der Schulen oder Kindergärten mit brachialer Gewalt durchsucht und teilweise verwüstet und man hat versucht, den jeweiligen Schultresor mit schwerem Werkzeug zu öffnen."

Nun werde geprüft, für welche der bislang ungeklärten Schul- und Kindergarteneinbrüche die Bande noch verantwortlich sein könnte. So waren Unbekannte Ende September 2009 in die Gemeinschaftsgrundschule in Grevenbroich-Kapellen eingedrungen und hatten unter anderem Geld gestohlen. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2009 gab es einen Einbruch in die Erich-Kästner-Grundschule in Dormagen. Später folgten weitere Taten in der Grevenbroicher Südstadt, in Meerbusch-Büderich und in Neuss.

Auffällig: Auch hier wurden Türen oder Fenster aufgehebelt, Schubladen und Schränke mit Gewalt aufgebrochen und Tresore mit einem Winkelschleifer geöffnet. "Wir müssen nun nach und nach diese Fälle mit den vorhandenen Spuren abgleichen", so Ermittler Dieter Töpfer: "Es kann gut sein, dass wir der Bande noch weitaus mehr Fälle nachweisen können."

Drei der Festgenommenen hatten in Düsseldorf ihren festen Wohnsitz, die anderen drei waren aus Südosteuropa eingereist. Gegen fünf der sechs Beschuldigten wurde Haftbefehl erlassen. Den Schaden schätzt die Polizei auf mehr als 150 000 Euro

(NGZ)