Lokalsport: Balingen muss, Dormagen will

Lokalsport: Balingen muss, Dormagen will

Es könnte ein vorentscheidendes Duell im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga werden am Samstag Abend in der Balinger Sparkassen-Arena, denn Gastgeber HBW Balingen/Weilstetten und der TSV Dormagen gehen punktgleich in die Auseinandersetzung.

Dormagen/Balingen Ein Endspiel um den Klassenerhalt ist es nicht, für keinen der Beteiligten. "Schließlich haben wir noch sechs Heimspiele", sagt Kai Wandschneider vor dem heutigen Gastspiel (19 Uhr, Sparkassen-Arena) des TSV Dormagen bei der HBW Balingen-Weilstetten. Gelegenheit genug also, die noch fehlenden Punkte einzufahren, selbst wenn es am Samstag eine Niederlage geben sollte.

Dennoch räumt auch der Dormagener Trainer ein, dass die Partie eine unter besonderen Vorzeichen ist. Schließlich treffen zwei punktgleiche Mannschaften (jeweils 10:32 Zähler) aufeinander, nur durch das — allerdings in diesem Fall (Balingen -46, Dormagen -115) deutlich unterschiedliche — Torverhältnis getrennt. Wer da verliert, droht erst einmal den Anschluss an jene Mannschaften zu verlieren, die durch ihre Punktgewinne in den vergangenen Wochen das untere Mittelfeld bilden: Hannover-Burgdorf (13:29), MT Melsungen (14:26), die sich am Samstag Abend in Melsungen gegenüberstehen, HSG Wetzlar (15:27, erwartet am Sonntag die SG Flensburg/Handewitt) und der seit fünf Spielen sieglose SC Magdeburg (16:26, gastiert am Sonntag in Berlin).

Das gilt insbesondere für die Hausherren: "Balingen ist doch zum Sieg verdammt", schätzt Wandschneider die Ausgangslage für die HBW ein, "die müssen im jeden Preis gewinnen. Wir wollen." In der Tat haben sich die Balinger durch die jüngsten Ergebnisse selbst in Zugzwang gebracht. Denn nach dem 39:37-Sensationssieg über den THW Kiel am 23. Dezember vergangenen Jahres gab es nur noch einen Sieg: am Sonntag nach Weihnachten mit 29:23 gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Die Partien nach der EM-Pause — 23:31 in Großwallstadt, 31:34 gegen Melsungen, 25:35 bei den Rhein-Neckar Löwen - gingen allesamt verloren. Auch, weil Trainer Rolf Brack auf etliche verletzte Spieler verzichten musste, von denen Vladimir Temelkov und Sascha Ilitsch am Samstag wieder dabei sein sollen. Fehlen wird weiterhin Vlatko Mitkov.

Der TSV reiste am Freitag mit kompletten Kader und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen gen Süden, wo das Team in Stuttgart übernachtet und am Samstag noch eine Trainingseinheit einlegt. "Wir haben nichts zu verlieren", sagt Wandschneider, "für uns geht es darum, zu zeigen, dass wir uns noch nicht aufgegeben haben." Respekt hat er nicht nur vor der Balinger Mannschaft und den taktischen Schachzügen seines Kollegen, sondern vor allem vor der Atmosphäre in der Sparkassen-Arena: "Da erwartet uns ein wahrer Hexenkessel. Da können wir nur bestehen, wenn wir unsere ganze Kampfkraft in die Waagschale werfen."

Für einen wird das heutige Spiel ein ganz besonderes sein: Spyros Balomenos trug in der vergangenen Saison noch das HBW-Trikot. Seine ehemaligen Weggefährten fürchten einen hoch motivierten griechischen Nationalspieler: "Wir wissen, dass Balomenos immer dann groß auftrumpft, wenn es gegen einen Ex-Klub von ihm geht", sagt Pressesprecher Heinrich Müller und erinnert an die vergangene Saison: Da bot er gegen seinen Ex-Klub Melsungen seine beste Leistung im HBW-Dress und traf acht Mal.

(NGZ)