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Grünes Licht für neuen Entsorger: Bald leert Schönmackers die Tonne

Grünes Licht für neuen Entsorger : Bald leert Schönmackers die Tonne

Die Firma Gerke hat nach einem Jahr einen Nachunternehmer beauftragt. "Für die Bürger ändert sich nichts."

Jüchen (cso-) Müllwagen von Schönmackers werden künftig wieder häufiger in Jüchen zu sehen sein. Das Kempener Entsorgungsunternehmen leert ab Januar statt der Firma Gerke die grauen, braunen und grünen Mülltonnen (Restmüll, Biomüll und Papier). Der Gemeinderat gab jetzt grünes Licht für den Entsorgerwechsel.

Hintergrund sind Verschiebungen bei den Eigentumsverhältnissen: "Im Herbst hatte die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH mit 690 Mitarbeitern zu 100 Prozent die Gerke Stadtreinigung in Tönisvorst mit rund 60 Beschäftigten übernommen. Zuvor hielt EGN 49 Prozent an dem Unternehmen", erläutert Kristiane Helmhold, Pressesprecherin der EGN. "Das Unternehmen Gerke bleibt erhalten, ist in der Region bekannt und erfolgreich. Aber wir sind dabei, in einigen Gebieten Strukturen zu verändern."

Wie Gemeindesprecher Norbert Wolf gestern mitteilte, erfolgte "durch eine Änderung in der Gesellschafterstruktur bei der Firma Gerke eine Neuausrichtung der Geschäftsziele". Aus diesem Grunde habe sie "bei der Gemeinde angezeigt", ab dem 1. Januar einen "Nachunternehmer" zu beauftragen.

Keine Änderung bei Mülltonnen

Bei dieser Konstruktion behält der mit Gerke geschlossene Vertrag seine Gültigkeit. Für den Entsorgerwechsel ist allerdings die Zustimmung des Gemeinderates nötig. Nach Informationen der NGZ hat die Verwaltung im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung erklärt, dass die rechtliche Lage geprüft worden und einwandfrei sei.

Damit zieht sich Gerke mit Sitz in Tönisforst nach nur einem Jahr zurück. Bis Ende 2008 hatte Schönmackers die Tonnen geleert. Als der Vertrag nach 20 Jahren auslief, schrieb die Gemeinde die Abfallentsorgung neu aus, Gerke erhielt als günstigster Bieter den Zuschlag — das Ausschreibungsergebnis lag um 650 000 Euro unter dem bisherigen Preis.

Parallel zu dem Firmenwechsel wurden die Abfallgebühren umgestellt: Statt nach Personen wird nun nach der Größe des gewählten Behälters gerechnet — Ziel ist, einen Anreiz zur Müllvermeidung zu geben.

Bei diesem Müllsystem bleibt es auch ab Januar. "Für die Bürger der Gemeinde Jüchen ändert sich nichts", betonte gestern Rathaussprecher Norbert Wolf. Keine Änderungen gebe es auch bei den Müllgefäßen. Ob die Fahrzeuge gewechselt werden, entscheide das Unternehmen.

Geringere Gebühren

Das Thema Abfall stand in der Ratssitzung übrigens ein weiteres Mal auf der Tagesordnung: Der Rat legte die Höhe der Abfallbeseitigungsgebühren für das kommende Jahr fest. Danach verringert sich die Gebühr für das Restmüllgefäß — die graue Tonne — um 20 Cent je Liter. Dies bedeutet für ein gängiges 120- Liter-Gefäß eine Ersparnis von 24 Euro pro Jahr. Bei der Abfallentsorgung des Biomülls wird die zu zahlende Gebühr um ein Cent je Liter steigen. Insgesamt werde der Gebührenzahler aber "deutlich entlastet", betont Wolf. Wie es im Rathaus hieß, steht diese Gebührenreduzierung nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Entsorgerwechsel.

(RP)