Korschenbroich : Bald Biergarten am Rathaus

Korschenbroichs Mitte wird weiter verschönert: Nach der Platzumgestaltung vor dem Rathaus werden jetzt die beiden angrenzenden Altbauten saniert. Günter Thoren will sie ausbauen und dort Gastronomie etablieren.

Seit Monaten wird an der Sebastianusstraße gebaut: Nachdem sich der holprige Asphaltplatz vor dem Korschenbroicher Rathaus in eine schmucke Freifläche verwandelt hat, geben jetzt die Handwerker in den Häusern 7 und 9 den Ton an. Unter der unansehnlichen Fassade legte Günter Thoren ein Fachwerk von 1720 frei. Die für das Haus Nummer 7 geplante Gastronomie wird den Betrieb im benachbarten "Anker" ergänzen. Zudem soll der geplante Biergarten im kommenden Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen. Was noch fehlt? Die Eigentümer, die Geschwister Kerstin und Sebastian Thoren, benötigen eine Baugenehmigung von der Stadt und einen attraktiven Pächter.

Optik: Moderne trifft Historie

Vater Günter Thoren (55) ist zuversichtlich, dass alles nach Plan verläuft. Er wartet nun auf die Baugenehmigung der Stadtverwaltung. Sein Wunsch ist es, den Innenhof um eine zweigeschossige Glaskonstruktion zu vergrößern. "Wir haben die Planungsphase mit der Sanierung des Vorderhauses, der Fassade und des Giebels überbrückt. Wir sind in drei Wochen fertig." Bis dahin hofft Günter Thoren, das Okay von der Stadt Korschenbroich zu haben. Er will ohne Zeitverzug weiter bauen. Schließlich hat der Tischlermeister schon aus seiner privaten Schatulle 250 000 Euro in die Platzgestaltung gesteckt. Sein Bestreben: "Jetzt muss es auch zügig weitergehen."

Zum Hintergrund: Der Korschenbroicher Unternehmer hat 2010 mit der Stadt vertraglich eine Art Tauschgeschäft vereinbart. Er erhält das alte Eckhaus, ein Abbruchobjekt neben der Bierkneipe "Zum Anker". Im Gegenzug verpflichtete er sich, den damals unansehnlichen Parkplatz in einen schmucken Rathausvorplatz zu verwandeln, mit späterer Biergarten-Nutzung.

Die aktuellen Pläne stellte Joachim Hein jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung vor: "Hier soll historische Bausubstanz erhalten und genutzt werden", erklärte der Architekt. Die Ergänzung durch einen kontrastreichen Neubau mit einer aufwendigen Glaskonstruktion titelte er mit "Moderne trifft Historie". Zudem soll der "Anker" an der Rückfront um einen Wintergarten, eine Küche und um ein Stuhllager erweitert werden.

Als eine "persönliche Enttäuschung" wertete Albert Richter (SPD) die geplante Mischung von Alt und Neu, während Andreas Heidemann (CDU) anerkennend feststellte: "Es ist schon beachtlich, was sich da alles getan hat." Auch Bürgermeister Heinz Josef Dick machte sich für Thorens neue Pläne stark: "Er hat seine vertraglichen Versprechen alle eingelöst."

(NGZ/ac)