Korschenbroich : Bahnhöfe werden ausgebaut

Nach mehr als 30 Jahren ist es endlich so weit: Die Bahnhöfe Korschenbroich und Kleinenbroich werden ausgebaut. Außenbahnsteige sind geplant. Möglicher Baubeginn: 2013. Dann kommen Gehbehinderte auch zum Bahnsteig.

Wer einen schweren Koffer hat, einen Kinderwagen schiebt, auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist, der hat schon verloren. Zumindest wenn er mit dem Zug vom Bahnhof Korschenbroich oder Kleinenbroich aus fahren möchte.

Das wird jetzt anders. "Der Ausbau kommt", bestätigte gestern Steffen Glasnek, Leiter des Bahnhofsmanagements in Aachen, auf Anfrage unserer Zeitung. Und er hatte noch eine gute Nachricht im Gepäck: "Der Förderbescheid liegt uns bereits vor."

Für Korschenbroichs Bürgermeister Heinz Josef Dick ist die Nachricht wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Dick hat sich in der Vergangenheit immer wieder — unterstützt von allen Fraktionen — für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe starkgemacht. Obschon sich das Bahnhofsmanagement zum Zeitplan noch etwas bedeckt hält, geht Dick von einem Baubeginn 2013 aus.

Auch wenn die Stadtverwaltung mit dem eigentlichen Bahnhofsprojekt nichts zu tun hat, ist sie doch gefordert. Fachbereichsleiter Georg Onkelbach sieht in dem Großprojekt die Chance, das Bahnhofsumfeld — speziell in Kleinenbroich — aufzupeppen: "Vielleicht gelingt es uns ja, die beiden Zentren Bahnhofstraße und ,Auf den Kempen' sinnvoll miteinander zu verknüpfen."

Verbesserungsvorschläge gibt es auch schon: Sie wurden in der aktuellen Rahmenplanung für Kleinenbroich seitens der SPD aufgelistet und vom Stadtentwicklungsausschuss einstimmig auf den Weg gebracht.

Zu den einzelnen Planungsschritten wollte Steffen Glasnek für die Deutsche Bahn AG gestern noch nicht viel sagen. "Für uns gibt es acht Leistungsphasen, wir befinden uns gerade am Anfang." Wichtig war ihm aber: "Der Förderbescheid liegt uns schon vor." Die anfallenden Kosten beziffert Glasnek mit einem "mittleren einstelligen Millionen-Betrag". Mehr will der Bahnhofsmanager am 6. März verkünden. Dann ist Steffen Glasnek Gast im Bauausschuss der Stadt.

Zum eigentlichen Baubeginn kann der Bahn-Vertreter aber auch im März 2012 noch nichts Konkretes sagen. Der Grund: Wenn die Planungen für die Außenbahnsteige abgeschlossen sind, muss das Komplettpaket beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. Erst wenn von dort das Okay kommt, kann der zeitliche Fahrplan aufgestellt werden.

Fest steht aber schon: Beide Bahnhöfe sollen jeweils zwei Außenbahnsteige erhalten. Dafür werden Rampen bevorzugt. Aufzüge hätten sich aufgrund der umfassenden Technik nicht bewährt. Die Baumaßnahme wird mit zwölf bis 24 Monaten kalkuliert. "Wir bauen immer unter rollenden Rädern", sagte Steffen Glasnek und spricht den logistischen Aufwand an. Sein Wunsch: "Ideal wäre es, wir könnten beide Bahnhöfe zeitgleich ausbauen." Kommentar

(NGZ)
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