Korschenbroich : "AvantGarten" in Liedberg

Erstmals macht in diesem Jahr die "Muziek Biennale Niederrhein" auf Initiative von Brita Heizmann in Liedberg Station. Bürgermeister Dick und Kulturamtsleiterin Messmann freuen sich über die Unterstützung der 66-Jährigen.

Für Bürgermeister Heinz Josef Dick und für Kulturamtsleiterin Michaele Messmann ist die Wahl-Liedbergerin ein Glücksfall. Im Vorjahr hat die 66-Jährige die mehrwöchige Kunstreihe "Up To Date Art" in den historischen Ortskern geholt. In diesem Jahr macht nun die "Muziek Biennale Niederrhein 2012" auf ihre Initiative in Liedberg Station.

Das Internationale Musikfestival, das die kulturellen Grenzen zwischen den Niederlanden und Deutschland vom 25. August bis zum 14. Oktober überwindet, lädt für den 23. September in das kulturhistorische Dorf. Mit dem "AvantGarten Liedberg" machen die Kulturstiftung NRW und die Stadt Korschenbroich Lust auf einen Besuch. Studierende und Absolventen der vier Musikhochschulen in Düsseldorf, Köln, Essen und Detmold wollen neue Musik in eine alte Umgebung stilvoll einbetten. Dass diese Kombination von Alt und Neu stimmig ist und passt, davon ist Brita Heizmann überzeugt.

Bereits vor drei Jahren hat sie eine ähnliche Veranstaltung vor den Toren der Stadt Wismar organisiert. 500 Besucher waren der Einladung gefolgt. Darauf hofft sie auch, wenn am 23. September ab 14 Uhr im Garten der Moderne zeitgenössische Musik und Klangcollagen für Kurzweil sorgen.

"Ehre das Alte hoch, bringe aber dem Neuen ein warmes Herz entgegen." Was Robert Schumann recht war, beherzigen auch die Musiker des Quintetts Pasu. Sie reisen das idyllische Dorf mit uralter Geschichte und mittelalterlichen Gemäuern, um dort der Avantgarde zu huldigen. Treffpunkt ist dann um 14 Uhr der Sandbauerhof. Von dort aus steuern die Biennale-Besucher gemeinsam fünf Standorte an. Sie werden von den fünf Blasmusikern begleitet. Auf Wiesen, in Gärten, in der Schloss-Kapelle und im Vorhof von Schloss Liedberg werden dann die Kurzkonzerte gegeben.

Nach etwa zwei Stunden kehren alle in den Sandbauernhof zurück, um dort das Erlebte bei Leckereien aus der Region besprechen oder auch nur wirken zu lassen. Unter anderem stehen Werke von Paul Hindemith (kleine Kammermusik für Bläserquintett), Luciano Berio (Sequenza für Flöte Solo) und Elliott Carter (Inner Song für Oboe Solo) auf dem Programm. Bürgermeister Dick freut sich auf das Experiment: "Ich schätze es sehr, wenn Bürger ihr Wissen und ihre Erfahrungen für die Stadt einbringen." Und Michaele Messmann betont: "Die Veranstaltung bereichert unser Kulturangebot."

(NGZ)