Jüchen : Autorin nach dem Abi

Mit dem T-Shirt "Junge Autorin sucht Verlag" fand Cornelia Franke (21) aus Hochneukirch bei der Leipziger Buchmesse einen Verleger für ihr Buch. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann in Berlin, studiert und plant weitere Romane.

Cornelia Funke feiert mit fantastischen Geschichten für Kinder wie "Tintenherz", "Herr der Diebe" oder "Reckless" große Erfolge. Was sie geschafft hat, will auch Cornelia Franke (22) aus Hochneukirch erreichen. Sie hat gerade ihre erstes Jugendbuch "Timmy und die Allergomörder" veröffentlicht. "Gar nicht schlecht, dass unsere Namen so ähnlich klingen", sagt die junge Autorin mit einem Lachen. "Fantasy ist auf jeden Fall mein Genre." Mit einer guten Idee, dem Willen zum Erfolg und einem bunten T-Shirt schaffte sie es, für ihren Erstling einen Verlag zu finden — obwohl sie zuvor bereits Standardabsagen sammeln musste. Inzwischen ist die Hochneukircherin aus Liebe nach Berlin gezogen, studiert Literaturwissenschaft und wirbt für ihr Buch.

Erster Abi-Jahrgang in Jüchen

Schreiben ist für Cornelia Franke so unverzichtbar wie Atmen: Fantastische Welten im Kopf erschaffen, ihre Figuren Mutiges und auch Alltägliches erleben lassen — das gefällt ihr seit der Teenagerzeit. Bei den Abiturfächern entschied sie sich aber für Mathe und Englisch. "Dabei wäre Deutsch perfekt gewesen", erzählt sie, die zum ersten Abiturjahrgang am damals neuen Gymnasium Jüchen gehörte. Wolfgang Hohlbein, Christopher Paolini und Terry Pratchett faszinierten sie so sehr, dass sie selbst schreiben wollte. "Der Vater einer Freundin schenkte uns ,Eragon'", erzählt Franke. Nach dem ersten Teil sei sie so gespannt auf die Fortsetzung gewesen, dass sie die Story selbst fortsetzte — von da an war der Weg zum eigenen Text nicht mehr weit.

Weit weg liegt der Schauplatz von Frankes Fantasybuch, in Onnipolis: Dort soll der Waisejunge Timmy (12) bei seinem Onkel leben und wird in mysteriöse Ereignisse verwickelt. Wenn er das Geheimnis um die Allergomörder, die ihren Opfern mit allergenen Stoffen wie Bienengift schaden, löst und sich als Freund bewähren muss — dann beschreibt die junge Autorin eigene Erfahrungen: "Das Ankommen in einer fremden Stadt, Freunde finden — das sind Themen, die ich selbst kenne und über die ich schreiben kann." Was ihr jetzt noch "zu weit weg" ist: "Ein Buch für Erwachsene. Mich in eine 28-jährige Frau hineinzuversetzen — das könnte ich nicht."

Beim Studium will Cornelia Franke mehr über Schreibtechniken lernen; gerade entdeckt sie Klassiker wie Goethe, Schiller und Herder. Ihr bester Ideengeber ist Ehemann Dominic. Seine Fragen "Warum werden eigentlich so wenig Menschen mit allergenen Stoffen getötet?" und "Warum kann man Bienen nicht dressieren wie alle anderen Tiere?" waren Impulse für ihr Buch, das nicht das letzte bleiben soll.

(NGZ)
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