Außenseiter Hellomoto gewinnt auf der Galopprennbahn in Neuss

Galopp : Außenseiter Hellomoto gewinnt in Neuss

Trainerin Katja Gernreich gewinnt ihr elftes Galopprennen in diesem Jahr. Im Sattel sitzt Sarah Nicole Vermeersch.

Die gute Form der Pferde aus dem kleinen Stall der Neusser Trainerin Katja Gernreich hielt auch gestern an. Mit dem aus England stammenden vierjährigen Wallach Hellomoto gewann sie bereits ihr elftes Rennen in diesem Jahr. Dabei stehen nur zehn Pferde aktuell im Stall. Überlegen mit fast acht Längen deklassierte das Neusser Pferd im dritten Rennen die Konkurrenz. Im Sattel saß die talentierte belgische Amazone Sarah Nicole Vermeersch. Sie ging mit Hellomoto sofort an die Spitze und verteidigte den Siegpreis von 2500 Euro nach 1900 Metern souverän.

Große Freude bei Besitzer Klaus Nickel aus dem Saarland. Sein Rennstall-Pseudonym OTW entstammt dem heimatlichen Autokennzeichen Ottweiler. Nickel: „Ich habe vor einiger Zeit zwei Pferde in England gekauft. Sie standen zunächst bei einem anderen Trainer. Wir waren dort aber mit dem Pflege-Zustand überhaupt nicht zufrieden. Dann hat man mir Frau Gernreich empfohlen.“ Eine halbe Stunde nach dem Sieg mit dem zuvor im belgischen Mons gelaufenen Hellomoto lief für Klaus Nickel noch die Stute Vertical Rhythm, die nach längerer Führung Dritte wurde. Zufrieden trat der Besitzer die Heimreise ins Saarland an. Die Dreierwette wurde im Hellomoto-Rennen nicht getroffen, denn mit California Cliffs und Cj Parker folgten weitere Außenseiter auf den Plätzen zwei und drei hinter Hellomoto, für den es auf Sieg 128:10 gab.  Der Einsatz wird als Jackpot beim nächsten Renntag am 29. Dezember zusätzlich ausgespielt.

Einen überlegenen Sieger holte auch die Trainerin Erika Mäder aus Krefeld vom Geläuf ab. Der dreijährige Wallach Ozermes mit Jozef Bojko hatte im Ziel des zweiten Rennens sogar 16 Längen Vorsprung. Das Pferd aus dem Stall von Besitzer Zalim Bifov aus dem Kaukasus wird in der Sandbahn-Saison nicht mehr laufen: „Mit ihm haben wir größere Pläne auf der Grasbahn. Ich glaube, dass er gut genug ist, um in Listenrennen zu bestehen“, berichtete die Trainerin. Das wäre dann die Bundesliga dieses Sports.

Mit Henk Grewe war der deutsche Trainer mit den meisten Siegen in diesem Jahr in Neuss vielfach präsent. Durch die dreijährige Stute Indara mit Lukas Delozier im Sattel gelang ihm im vierten Rennen der 89. Sieg in dieser Saison. Trainerchampion wird Markus Klug mit 66 Erfolgen im Inland. Die Grewe-Stute Indara gehört dem Gestüt Hof Iserneichen in der Nähe der Rennbahn von Langenhagen bei Hannover. Es gehört Dr. Gerhard-Walter Sybrecht, dem langjährigen Chefarzt einer Klinik an der Uni-Klinik des Saarlandes in Homburg. Sybrecht war selbst ein hervorragender Vielseitigkeitsreiter.

Im sportlich wichtigsten siebten und vorletzten Rennen siegte Simon de Vlieger vor Cassilero und Rock Academy. Es war der 67. Sieg für Klug in dieser Saison. Die Rennen aus Neuss wurden gestern im Abstand von einer halben Stunde zusammen mit der Bahn in der Hafenstadt Marseille in rund 10.000 Wettannahmestellen nach Frankreich übertragen.

Der in Frankreich  erzielte Wettumsatz betrug nach ersten Hochrechnungen über zwei Millionen Euro. Von den Provisionen dieser Umsätze   wurden die Grundkosten der Neusser Rennen finanziert. Für die Kunden des dortigen TV-Senders Euqitia und des schwächelnden Wettgiganten PMU wurde aus Neuss eine Wettprognose in französischer Sprache geliefert.

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