Korschenbroich : "Ausbau nutzt nur Gladbach"

Der Planungsausschuss hat gegenüber dem Landesbetrieb Straßenbau seine Ablehnung der Pläne zum vierspurigen Ausbau der L 381 erneuert. Diese werden auf Anweisung der Landesregierung nochmals überprüft.

Dass Wilhelm Höfener, Planungschef beim Landesbetrieb Straßenbau in Mönchengladbach, keinen leichten Stand haben würde, war nach den vorherigen politischen Statements bereits klar. Im Planungsausschuss präsentierte Höfener jetzt den Vorentwurf für den vierspurigen Ausbau der Landstraße 381 – und stieß durchweg auf Ablehnung bei den Politikern. "Wer von diesen Maßnahmen profitiert, das sind die Gladbacher", fasste Ausschussvorsitzender Hans-Willi Türks (CDU) zusammen.

"Die Straße wird so als eine Autobahnumgehungsstraße attraktiv", sagte Andreas Heidemann (CDU). Was die Politiker stört, ist die von Albert Richter (SPD) sogenannte "Spießlösung", bei der der vierspurige Ausbau unmittelbar an der Stadtgrenze endet. "Man versteht nicht, warum alles vierspurig gegen die Wand gefahren wird." Für Korschenbroich wäre dies mit einem noch höheren Verkehrsaufkommen verbunden, befürchten Politik und Verwaltung.

Albert Richter kündigte an, dass die SPD "auch an anderer Stelle" gegen die jetzige Planung intervenieren werde. Dort ist sie schon geraumer Zeit ein Thema, denn die Landesregierung lässt bereits seit vergangenem Jahr alle aktuellen Straßenbauprojekte auf ihre Notwendigkeit hin überprüfen. "Auch der vierspurige Ausbau der L 381 ist genehmigungstechnisch noch längst nicht unter Dach und Fach", wie Wilhelm Höfener deutlich machte. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Landesbetrieb den Fraktionen die Planungsunterlagen derzeit nicht zur Verfügung stellen möchte. Eine entsprechende Anfrage von Matthias Greiner-Petter (Grüne) lehnte Höfener angesichts der zurzeit unklaren Rechtslage ab. Greiner-Petter hatte zuvor einen vierspurigen Ausbau grundsätzlich infrage gestellt: Mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen sei generell zu rechnen, so der Bündnisgrüne.

Bürgermeister Heinz Josef Dick hielt Greiner-Petter entgegen, "dass wir nicht nach dem Prinzip Hoffnung verfahren können." Die gutachtlich ermittelten Zahlen mochte Dick nicht in Zweifel ziehen, doch auch er blieb bei seiner bereits zuvor geäußerten Kritik an den Plänen des Landesbetriebs. Wilhelm Höfener nahm die negative Resonanz zur Kenntnis. Zugleich warb er dafür, über einen von ihm selbst ins Gespräch gebrachten "Kompromiss nachzudenken". Einzelne Wortmeldungen hatten gezeigt, dass sich die Politik mit einer Neugestaltung des Knotenpunktes im Bereich von Mexx, Rewe-Markt und Sandkuhle durchaus anfreunden könnte – wenn denn auf den vierspurigen Ausbau verzichtet würde.

(NGZ)