Jüchen : Aus Liebe auf den Bauernhof

Landwirt Karl-Heinz Waldhausen traf per Zufall eine neue Liebe, Christel Arimond aus Norf. Nach kurzem Probewohnen tauschte sie Wohnung gegen Bauernhof. Warum sie Kelzenberg nie mehr verlassen möchte.

Kelzenberg/Mürmeln Kelzenberg ist ein schönes Dörfchen. Allerdings hat Christel Arimond bis Dezember 2004 nie daran gedacht. Erst recht nicht daran, dort zu leben. Bis dahin lebte sie in einer Mietwohnung hoch über den Dächern von Norf. Was die 54-Jährige vom beschaulichen Leben auf den Land überzeugt hat? "Natürlich ein Mann", sagt die Blondine mit einem glücklichen Lachen. Der Mann heißt Karl-Heinz Waldhausen, ist 58 Jahre alt und führt in Kelzenberg eine Landwirtschaft.

Aktiv für die Dorfgemeinschaft

Kennen gelernt haben sich der Bauer und die Pflegerin nicht etwa über ein TV-Format, sondern in der Jever-Skihalle in Neuss. Waldhausen war 2004 allein mit seinen drei Kindern, suchte Geselligkeit — und fand Christel Arimond. Auch sie war allein. "Bereits in den Osterferien habe ich zur Probe in Kelzenberg gewohnt", erinnert sie sich. Schnell war beiden klar: "Wir wollen nicht länger warten." Also zog die Norferin in den Sommerferien nach Kelzenberg, mit ihr kamen die beiden jüngsten ihrer vier Kinder.

"Dass die Menschen aus Kelzenberg uns so herzlich und mit offenen Armen empfangen haben, das vergesse ich nie. Rasch wurde geheiratet — ein Entschluss, den beide nie bereut haben; das Glück strahlt dem Ehepaar auch heute noch aus den Augen. Seit 2005 engagiert sich Arimond bei den Landfrauen, hilft ihrem Mann nicht nur im Haushalt, sondern auch beim Ackerbau — und dies neben ihrem Beruf in der Intensivpflege und Betreuung von Querschnittsgelähmten.

Sehr viel Arbeit gibt es für Christel Arimond auch im Schweinestall zu erledigen. "Dazu kommen auch etliche Katzen und unsere Kira, eine helle Howarthhündin", erzählt die Powerfrau, die seit kurzem auch ausgebildete "Argrarbüro-Fachfrau" ist. Allerdings räumt sie auch ein: "Den Haushalt habe ich zumindest während der Kirmestage nicht so fest in der Hand."

Brauchtum ist für die Wahl-Kelzenbergerin sehr wichtig. "Mir gefällt, dass mein Mann sich stark für seine Heimat engagiert." Ein Grund für sie, selbst im Heimatverein Kelzenberg aktiv zu werden. Seit einem Jahr unterstützt sie das Vorstandsteam und kümmert sich mit um die Organisation von Aktivitäten.

Als die Kelzenberger Kirmes vor vier Jahren wiederbelebt werden sollte, trat — neben dem jetzigen Vereins-Chef Jürgen Lehmke — auch Karl-Heinz Waldhausen beim Hahnenköppen an. Lehmke sicherte sich den Titel als Hahnenkönig; Karl-Heinz Waldhausen und seine Christel waren Kronprinzenpaar. "Ein tolles Erlebnis. Das muss man einmal im Leben gemacht haben", sagt Christel Arimond.

(kvm)
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