Jüchen : Aus für Biogasanlage in Wanlo

Mit einer klaren Entscheidung sprach sich gestern der Mönchengladbacher Rat gegen die Biogasanlage zwischen Hochneukirch und Wanlo aus. Bürgermeister Zillikens ist erleichtert, dass "das Problem vom Tisch ist".

Jüchen/Mönchengladbach Jubel im Ratssaal in Mönchengladbach-Rheydt, Aufatmen in Jüchen, große Erleichterung in Hochneukirch: Der Mönchengladbacher Stadtrat lehnte gestern mehrheitlich den Bau einer Biogasanlage bei Wanlo ab. Ratsmitglieder von CDU, Bündnis90/Die Grünen, Linken und Zentrum votierten mit 37:28 Stimmen gegen das Millionenprojekt, SPD, FDP und FWG dafür. Mit Spannung war erwartet worden, wie sich die Christdemokraten entscheiden würden: Sie hatten zuvor nicht Position bezogen, sagten erst in der Ratssitzung "Nein". Aus ihrer Sicht seien die "juristischen Fragen nicht vollständig geklärt" worden.

"Juristische Fragen nicht geklärt"

Die NVV (Niederrheinische Verkehr und Versorgung) wollte gemeinsam mit 75 Landwirten in die Anlage investieren, um dort aus Mais Biodiesel herzustellen. Umstritten war der Plan nicht nur in Wanlo – über 1300 Einwände gingen bei der Verwaltung ein –, sondern auch in Hochneukirch. Bei einem "Ja" zur Biogasanlage hätte Bürgermeister Harald Zillikens den Klageweg eingeschlagen; auch die Jüchener Bündnisgrünen wollten am kommenden Montag, 28. Februar, diesen Antrag in einer Sondersitzung des Jüchener Rates stellen.

Bürgermeister Harald Zillikens zeigte sich gestern Abend "überrascht von der Deutlichkeit, mit der die Entscheidung gefällt wurde". Für Jüchen sei damit ein unangenehmes Thema erledigt, auch wenn Zillikens differenziert: Auf der einen Seite sei er erleichtert, weil Hochneukirch nicht durch zusätzlichen Verkehr belastet werde. Außerdem müsse die Gemeinde jetzt nicht klagen: Vor dem Tisch des Oberverwaltungsgerichts hätte entschieden werden müssen, ob die Bedenken der Gemeinde beim Beteiligungsverfahren ausreichend berücksichtigt worden wären. "Auf der anderen Seite denke ich auch an die elf Landwirte aus unserem Gemeindegebiet, die sich für das Projekt interessiert haben", so der Bürgermeister.

Erleichterung auch beim CDU-Ortsverband Otzenrath-Hochneukirch: "Die Biogasanlage steht und fällt mit der CDU", sagt Ortsverbands-Chef Mario Broisch (33). Der Hochneukircher Politiker war alles andere als erfreut über das Projekt: "Mir wäre es lieber, wenn die Anlage nicht realisiert werden würde." Die Kritik von zahlreichen Hochneukirchern, dass ihr Wohnort vielfach belastet sei von Tagebau, Windrädern und Kompostierungsanlage könne er gut nachvollziehen. Aber: "Die Gemeinde Jüchen war nicht Herr des Verfahrens."

(NGZ)
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