TC Blau-Weiss Neuss: Aus dem Gerede ins Gespräch

TC Blau-Weiss Neuss : Aus dem Gerede ins Gespräch

Es gab Zeiten, da war Tennis in Deutschland im Gespräch. Doch seit die fetten Jahre vorbei sind, seit das große Turniersterben eingesetzt hat und deutsche Spieler nur noch stellenweise in Endspielen anzutreffen sind, ist Tennis hierzulande eher ins Gerede gekommen. Am Sonntag um 11 Uhr geht's los: Tennis-Bundesligist TC Blau-Weiss Neuss, der dann gegen den Deutschen Meister TC Blau-Weiss Sundern in seine 24. Spielzeit im Oberhaus startet, hofft dann auf ähnlich gut gefüllte Ränge wie im Vorjahr. NG Z-Foto: A. Woitschützke -->

Es gab Zeiten, da war Tennis in Deutschland im Gespräch. Doch seit die fetten Jahre vorbei sind, seit das große Turniersterben eingesetzt hat und deutsche Spieler nur noch stellenweise in Endspielen anzutreffen sind, ist Tennis hierzulande eher ins Gerede gekommen. Am Sonntag um 11 Uhr geht's los: Tennis-Bundesligist TC Blau-Weiss Neuss, der dann gegen den Deutschen Meister TC Blau-Weiss Sundern in seine 24. Spielzeit im Oberhaus startet, hofft dann auf ähnlich gut gefüllte Ränge wie im Vorjahr. NG Z-Foto: A. Woitschützke -->

Das gilt für die Bundesliga in ähnlicher Weise, die im Herbst vergangenen Jahres durch die Rückzüge des OTHC Oberhausen, vor allem aber durch die der beiden ehemaligen Deutschen Meister Dinslakener TG Blau-Weiss und Etuf Essen bis ins Mark erschüttert worden war. In seiner 24. Saison in eben dieser Bundesliga will der TC Blau-Weiss Neuss, mit zehn Meistertiteln immer noch der erfolgreichste Klub, seit es diese Liga gibt, Tennis wieder aus dem Gerede und ins Gespräch bringen.

"Ich finde, die Bundesliga hat mit dem neuen Spielmodus das Beste aus der Situation gemacht", sagt der Neusser Teamchef Lutz Steinhöfel. "Natürlich hat uns alle vor allem der Rückzug von Etuf Essen geschockt, aber ich sehe darin vor allem eine Chance", pflichtet dem Leistungsreferent Marc Raffel bei. Mit ihrer soliden Arbeit an der Jahnstraße wollen sie dazu beitragen, "Kontinuität in die Bundesliga zu bringen und diese weiterhin als Event zu verkaufen." Um so mehr, als die Blau-Weissen im kommenden Jahr das seltene Jubiläum ihrer 25-jährigen Zugehörigkeit zur Eliteklasse feiern könnten (mit zwei jeweils einjährigen Unterbrechungen) - vorausgesetzt, sie steigen nicht ab, die für den finanziellen Bereich zuständige SVH Sportmarketing geht nicht pleite und die Liga stellt nicht aufgrund weiterer Auszehrung den Spielbetrieb ein.

"Ich glaube, wir können stolz auf die Arbeit der vergangenen Monate sein", sagt Steinhöfel mit Blick auf die Bemühungen, den Etat des Vorjahres von rund 250 000 Euro zumindest annähernd wieder zu erreichen. Das gelang nur mit Hilfe von rund 80 Sponsoren. Die erwarten für ihre finanzielle oder materielle Unterstützung naturgemäß eine Gegenleistung - in Form von Erfolg, aber auch in Form von gut gefüllten Zuschauerrängen. Um letzteres Ziel zu erreichen, hat Blau-Weiss nicht nur für die am Sonntag (11 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den Deutschen Meister BW Sundern startende Saison drastisch die Eintrittspreise gesenkt.

"Wir haben auch etwas am Rahmenprogramm getan, denn gerade jüngere Zuschauer erreicht man nicht nur mit Tennis allein", sagt Raffel. Los geht es am Samstagmorgen mit der schon obligatorischen Street-Tennis-Aktion vor dem Neusser Rathaus (ab 10.30 Uhr). Ausgebaut wurde die "bestens angenommene" /Raffel) Kinderbetreuung währene der Spiele. Die Akteure gleich welcher Nationalität sollen den Zuschauern beim "NGZ-Talk" in der Pause zwischen Einzeln und Doppeln sowie nach Spielende bei der Wahl zum "Spieler des Tages" näher gebracht werden. Näher kommen soll man sich auch im gastronomischen Bereich, der in dieser Saison erstmals vom blau-weissen Klubwirt, der Familie Pepe, komplett betrieben wird. Und am 6. August lockt ab 21 Uhr die Bundesliga-Party mit den "Rabaue" - Gesang statt Gerede. e Von Volker Koch

(NGZ)
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