Galopp : Aus dem Derby auf die Sandbahn

Weil er seinen Vorsprung im Kampf um das Trainerchampionat halten möchte, lässt Andreas Wöhler beim Weihnachtsrenntag auf der Neusser Galopprennbahn sogar Derby-Starter Mi Senor laufen. Auch bei den Jockeys ist die Frage nach dem Titelträger noch nicht entschieden

Wenn es auf der Zielgeraden einer Saison darum geht, sich den begehrten Titel eines Deutschen Trainer-Champions zu sichern, dann sind weitgehend alle Mittel recht. So kommt es am zweiten Weihnachtstag bei den neun Rennen ab 14 Uhr auf der Neusser Sandbahn zu der kuriosen Situation, dass sich ein mit großen Hoffnungen am 3. Juli im 142. Deutschen Derby um insgesamt 800 000 Euro in Hamburg-Horn gesattelter Hengst nun in einem Rennen um den Siegpreis von 2 600 Euro auf der Sandbahn von Neuss einfindet.

Der Vierbeiner heißt Mi Senor, glänzt mit einer überaus edlen Verwandtschaft, gehört dem Hamburger Kaffeeröster und ehemaligen Kapitän der Polo-Nationalmannschaft Albert Darboven (75) und war vor allem durch den Ritt der Krefelder Trainertochter Steffi Hofer im Vorfeld des Derbys eine absolute Attraktion.

Das Medieninteresse zum Derby galt dem Auftritt des Fußballer Michael Owen von Manchester United mit seinem Pferd Brown Panther und eben Mi Senor mit Steffi Hofer. Nach dem fünften Platz von Brown Panther und dem zwölften Rang von Mi Senor war das Interesse allerdings sofort wieder erloschen. Mi Senor erfüllte bei den drei Starts nach dem Derby die Hoffnungen nicht, blieb sieglos und nun muss er sogar in die Weihnachtschicht.

In Neuss sitzt der vierfache Jockey-Champion Eduardo Pedroza auf Mi Senor und das Gespann soll helfen, dem Trainer Andreas Wöhler das lange Zeit sicher geglaubte Trainer-Championat endgültig zu sichern. Wöhler führt mit 65 Erfolgen, doch Mario Hofer greift in Neuss mit insgesamt sieben Pferden mächtig an. Wöhler hat insgesamt drei Pferde am Start.

Noch nicht entschieden ist auch das Jockey-Championat. Filip Minarik hat zwei Punkte Vorsprung mit 78:76 gegen Alexander Pietsch. Er ist in allen neun Rennen vertreten, Minarik hat nur sieben Auftritte. Der Kampf um diese beiden Meisterschaften prägt den Weihnachtsrenntag, an dem im Vorjahr bei acht Rennen ein überschaubarer Wettumsatz von 129 732 Euro zustande kam.

Eintritt und Parken sind frei und am Ende lockt die Wetten-Sieberts-Verlosung auf Wettnieten um 300 Euro Bargeld. Damit die Stimmung steigt, hält der Rennverein kleine Weckmänner und zur geistigen Nahrung handliche Killepitsch-Likörchen bereit.

Der folgende Silvester-Renntag mit Championatsehrung wird bereits um 13 Uhr beginnen. Der Zeitpunkt der Ehrung durch Verbandspräsident Albrecht Woeste hängt davon ab, wann die Entscheidungen bei Trainern und Reitern fallen.

(NGZ)