Kirchenchor St. Marien ließ Stimmungsbarometer steigen: Auftrieb "gesunder Kühe" im "Buuredörp"

Kirchenchor St. Marien ließ Stimmungsbarometer steigen : Auftrieb "gesunder Kühe" im "Buuredörp"

Wenn Klaus Hirnstein, der langjährige Vorsitzende des Kirchenchores St. Marien in Pesch, als Skatspieler trotz seiner Heiserkeit mit "dä dekke Zimm" das Haus Schellen ansteuert - und das am Karnevalssamstag - hat dies einen ernstzunehmenden Grund: Der närrische Kirchenchor ließ es sich nicht nehmen, am vergangenen Wochenende in seinem Stammlokal in den Höhepunkt der "fünften Jahreszeit" zu starten.

Und wenn die Sängerinnen und Sänger den Ohrwurm "Hurra, der liebe Jung' ist wieder da" anstimmten, hatte dies gleich zwei gute Gründe: Der gastgebende Hausherr Johannes Schellen gesund und munter - ohne Wüstenbräune - von seinem einwöchigen Afrika-Trip heimgekehrt. Und als "Zufallsgast" saß Bezirksbundesmeister Horst Thoren in Theken-Nähe, ohne dass er auf die "Halt Pohl"-Zurufe reagierte - so sehr hatte er sich auf seine charmante Begleiterin (kein Chormitglied) konzentriert. Im närrisch dekorierten Saal - in dem ansonsten der Korschenbroicher Stadtrat tagt - ging derweil bei bester Jecken-Stimmung die Post ab.

Und das nicht, weil Chor-Vorsitzender Horst Lay als ehemaliger Postbeamter durch das Programm führte, sondern auch, weil die beliebte Pescher Band "Rainbows" es mit Leichtigkeit schaffte, das Stimmungsbarometer in die Höhe klettern zu lassen. Die närrischen Gäste, ob sie nun von der Zalfenstraße oder aus der Gegend des Dyckerhofs kamen, verrieten allein durch ihre phantasievolle Kostümierung, dass sie die fünfte Jahreszeit "be Schelle" mit Humor unter Freunden und Bekannten angehen wollten. Da war es verständlich, dass die "Chorleiterin auf Lebenszeit", Karin Kreuels-Hülser, als kesse "Kapitänin" auffiel, und es neben "Buurejonge", Rumpelstilzchen und gestreiften "Freigängern von der Ulmer Höhe" auch dickbäuchige Schwimmer und kuschelige "Cats" zu bewundern gab.

Selbst der Saalpförtner in Mönchskutte gab beschwingt zu verstehen, man habe ihn des Glaubens willen vom Kloster Langwaden für diesen Abend "ausgeliehen": "Ansonsten bin ich der Bruder Nikolaus", meinte "et Kläusche" vom Trietbach-Ufer. Zwischen Schunkeln und Tanzeinlagen verkaufte Horst Lay gekonnt den Karneval als ernste Brauchtumspflege und machte auch klar, warum der Pfarrer von St. Marien, der mit dem Doktortitel ausgerechnet in der Session durch den pastoralen Bereich "trampte" und den Pastoralreferenten Harald Brouwers erbarmungslos den Pescher Narren auslieferte.

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Horst Lay tiefsinnig: "Vielleicht schriev osser Doktor allwieer an einem Booch." Prompt folgte der Ohrwurm "Wir sind alle kleine Sünderlein". Da stimmten selbst die "Jonges und Mädches" vom Schützenzug "Enzian" begeistert ein, damit "dä Dom ooch in Kölle bliev", weil die Pescher mit ihrer Pfarrkirche voll und ganz zufrieden sind. Zur Verblüffung ihrer Ehemänner stellten Uschi Mutz, Karin Hülser, Gabi Herten und Maria Bommes ihr närrisches Talent als "Doof Nuss" oder als VfB-Fussballspielerin unter Beweis.

Maria Bommes strapazierte mit ihrem bühnenreifen ersten Kirchgang die Lachmuskeln ebenso wie Horst Lay als Postbeamter bei einem Lehrgang. Umjubelt wurden die Narren "uut dem Buuredörp" beim Auftrieb von "gesunden Kühen" durch den Schützenzug Enzian mit Donatus-Präsident Matthias Bommes - ein Glanzlicht des Abends. Der Kirchenchor "St. Marien" hat - karnevalistisch gesehen - "Pohl jehalde". P. Mabe

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