Jüchen : Auftrieb für Windkraft?

In Wanlo, Grevenbroich und Kaarst rotieren Windräder – in der Gemeinde Jüchen nicht. 43 Hektar sind als Konzentrationsfläche ausgewiesen. Die Nachfrage könnte mit der Landesregierung aus SPD und Grünen steigen.

Jüchen ist Windrad-freie Zone – anders als Kaarst oder die Nachbarstädte Grevenbroich oder Mönchengladbach. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen hat die Verwaltung geschaffen, im Flächennutzungsplan sind Konzentrationsflächen ausgewiesen. Doch: "Bisher haben sich noch keine Firmen für dieses Areal interessiert", sagt Technischer Dezernent Oswald Duda. Das könnte sich ändern: Wenn SPD und Bündnisgrüne auf Landesebene koalieren, ist mit einer neuen Richtung in der Energiepolitik zu rechnen – für die Grünen eindeutig Richtung regenerativer Energien wie Windkraft.

Jede Kommune muss in ihrem Flächennutzungsplan Konzentrationsflächen festschreiben, in denen Windräder errichtet werden können. Diese so genannten Windparks müssen bestimmte Kriterien – wie Abstände zu Wohngebieten oder Naturschutzgebieten – einhalten. Dabei sind Windräder bei Anwohnern nicht unumstritten: Sie klagen über Belästigung durch Geräusche, eine eingeschränkte Sicht, den Tod von Vögeln in den Rotorblättern oder die Gefahr von Eiswurf.

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Jüchener sind mit dem Anblick von Windrädern bereits vertraut: Diese rotieren an der Gemeindegrenze zu Wanlo auf Mönchengladbacher Gebiet. Die Gemeinde Jüchen selbst hat eine 43 Hektar große Fläche innerhalb des Tagebaus Garzweiler I für Windräder vorgesehen. "Die Fläche ist ideal. Dort erwarten wir keine Probleme, da sowohl Anwohner als auch Industrie ausreichend weit entfernt liegen", so Duda.

Aktuell hat der Technische Dezernent diese Pläne auf dem Schreibtisch, um die heutige Sitzung des Planungsausschusses vorzubereiten. Dabei sollen die Weichen für einen Gebietstausch zwischen Jüchen und der Nachbarstadt Grevenbroich gestellt werden. Der Tausch von je rund vier Hektar wird notwendig, da die Gemeinde grenzen angepasst werden muss (Flurbereinigungsverfahren).

Betroffen auf Jüchener Seite sind auch die Konzentrationsflächen für Windräder. Nach der Grenzänderung würde das ursprünglich Jüchener Windrad-Areal zu einem Grevenbroicher Windrad-Areal werden. Deshalb werden Gebiete getauscht. Dabei muss nach Angaben der Verwaltung besonders "die Rekultivierung im Tagebau südlich der Autobahn 46" beachtet werden: "Künftige Windenergiestandorte sollen den Entwicklungsperspektiven nicht gegenüberstehen."

Die Mitglieder des Planungsausschusses werden heute beschließen, den Flächennutzungsplan zu ändern. Danach müssen die Träger der öffentlichen Belange beteiligt werden.

(NGZ)