Auftakt der Wintersaison auf der Neusser Galopprennbahn

Galopp : In Neuss wird am Sonntag wieder galoppiert

Nach einer Pause von neun Monaten beginnt am Sonntag um 10.50 Uhr die Winter-Saison des Neusser Reiter-und Rennvereins – mit überaus großer Resonanz auf Seiten der Besitzer, Trainer und Reiter.

Auf der Dortmunder Sandbahn fanden bereits zwei Renntage statt und der Trend von dort setzt sich auch auf der Bahn am Hessentor fort: Das Interesse der Besitzer, Trainer und Reiter ist aufgrund der weniger gewordenen Rennen riesengroß.

Besetzungsprobleme gibt es keine, es mussten aufgrund eines komplizierten, aber bewährten  Systems sogar Pferde „ausgeschieden“ werden, weil die Maximalzahl von 14 Statern pro Rennen überschritten wurde – für mehr ist kein Platz in der Startmaschine. So werden am Sonntag von 10.50 Uhr bis 13.50 Uhr 81 Pferde antreten. Fünf der sieben Rennen werden live nach Frankreich übertragen. Die Provisionen der dort erzielten Wettumsätze (selten unter einer Millionen Euro) dienen der Grundfinanzierung der Rennen hierzulande.

Die Neusser Bahn ist bei den Wettern in Frankreich beliebt, weil der Kurs gut überschaubar ist und nicht wie zum Beispiel in Dortmund durch viele Bäume Teile der Rennen kaum zu sehen sind. Im fünften Rennen geht es in der Viererwette um eine Garantieauszahlung von 10.000 Euro. Die gibt es (steuerfrei) aber nur dann, wenn ein Wetter allein trifft. Eine gute Variante für Laien ist der Quick-Pick, eine Art Zufalls-Schein. Der Computer druckt Wetten mit Favoriten und Außenseitern aus. Ab zwei Euro ist diese beliebte Wette spielbar - die Trefferquoten sind gut.

Zum Aufgebot der 13 Teilnehmer gehört auch der in sechs Rennen siegreiche Schimmel Town Charter, drei der Erfolge gelangen ihm in Neuss. Im Sattel sitzt Esther-Ruth Weißmeier, die Schwester des am Raffelberg in Mülheim/Ruhr tätigen Trainers Marian-Falk Weißmeier.  Der Name Weißmeier taucht in den Datenbanken des Dachverbandes mehrfach auf, am Sonntag auch in den Neusser Starterlisten. Der Familienstall steht in Sonsbeck am Niederrhein, Mutter Regine trainiert, Vater Joachim (einst ein erfolgreicher Judoka in Österreich) managt das Ganze. Sohn Marian-Falk trainiert, Fabian Xaver und Esther-Ruth reiten. In Neuss im letzten Rennen sitzt sie im Sattel des Wallachs Epatant für ihre jüngere Schwester Nadine. Die Weißmeier-Pferde stammen oft von Auktionen in England: günstig eingekauft mit der Hoffnung auf Leistungssteigerung. Nach einem ähnlichen Rezept agiert Frank Fuhrmann, der im kleinen Ort Möser bei Magdeburg trainiert. Der 58-jährige ist seit Jahrzehnten in der Turfszene präsent. Vornehmlich in den unteren Leistungsklassen und oft nur mit besseren Feldfüllern. Das hat sich in der laufenden Saison gründlich verändert. Wurden in den Vorjahren stets 15 oder 16 Rennen gewonnen, sind es bis heute bereits 30 erste Plätze und Rang vier in der Trainer-Bestenliste hinter Henk Grewe (62 Siege), Andreas Wöhler (39) und dem noch amtierenden Champion Markus Klug mit 37 Erfolgen. Sieben Pferde treten am Sonntag die 440 km lange Reise aus Sachsen-Anhalt ins Rheinland an. Dabei ist auch die fünffache Siegerin Circuskind, auch ein England-Import. Sie wird im letzten Rennen von Maxim Pecheur geritten. Der Jockey des 2017-er Derbysiegers Windstoß kämpft trotz des Rückstandes von sieben Siegen unverändert um das begehrte Jockey-Championat. Der gebürtige Kasache Bauyrzhan Murzabayev hat 104 Rennen gewonnen, Pecheur 97. Beide treten in Neuss in fünf der sieben Rennen an.

Für die kulinarische Versorgung der Besucher ist ausreichend gesorgt. Vier Anbieter sorgen neben dem Betreiber der Wetthalle und dem Restaurant in der Tribüne für ein abwechslungsreiches Angebot.