Korschenbroich : Aufklären über Hochwasser

Das Bürgerforum Kleinenbroich beklagt ein Informationsdefizit bei der Ausweisung einer Überschwemmungszone. Kaum ein Bürger am Jüchener Bach ahne die möglichen Gefahren. Ein Diskussionsabend soll das ändern.

Gerd Sack, Sprecher des Bürgerforums Kleinenbroich, ist unzufrieden. Angesichts der anstehenden Ausweisung der Überschwemmungsgebiete in der Stadt übt er deutliche Kritik: Sowohl die Information der Öffentlichkeit als auch der Hochwasserschutz seien unzureichend. Das Forum um Gerd Sack will daher seinen Teil dazu beitragen, die beanstandete Informationslücke zu schließen. In dem auch von der Volkshochschule genutzten Campus-Gebäude gegenüber der Ahorn-Apotheke im Kleinenbroicher Ortskern soll es daher am 29. Februar einen vom Bürgerforum ausgerichteten Diskussionsabend geben.

"Die Bezirksregierung hat grünes Licht für die Teilnahme des Erftverbands gegeben", sagt Karl Vill. Offen ist derzeit, ob auch die Bezirksregierung selbst mit Experten vor Ort sein wird. Karl Vill wohnt in Kleinenbroich unweit des Jüchener Bachs und klagt seit Jahren über einen feuchten Keller. "Kaum einer, der am Bach ein gefährdetes Grundstück hat, hat die bisherigen Informationen zur Kenntnis genommen. Die Leute in dem kritischen Bereich ahnen noch gar nicht, was auf sie zukommt", ist Vill überzeugt. "Es hat keine ausreichende Bürgerinformation stattgefunden", meint auch Willi Ortmann vom Bürgerforum. Karl Vill sagt: "Die Stadt hat nur das unbedingt Erforderliche getan."

Ihm zufolge sollten die Bürger aus der Überschwemmungskarte klar erkennen können, "ob sich ihr Haus in der Überschwemmungszone befindet." Auf die Notwendigkeit umfassender Informationen habe das Umweltbundesamt nachdrücklich hingewiesen, betont Gerd Sack. Nur so sei "eine effektive Vorsorge und Gefahrenabwehr möglich", erklärt der Sprecher des Bürgerforums. Aus Sicht von Gerd Sack und seinen Mitstreitern seien die in Kleinenbroich ins Auge gefassten Überschwemmungsgebiete "nicht die richtige Hochwasservorsorge". Unberücksichtigt bleibe, welche Maßnahmen bei Flusshochwasser und zusätzlichem Starkregen ergriffen werden sollen.

Auch die Vorgabe, wonach in bereits festgesetzten Überschwemmungsgebieten keine weiteren Neubauten erfolgen sollten, sei im Bereich "Auf den Kempen" nicht berücksichtigt worden, moniert Gerd Sack. Beim Diskussionsabend sollen die Sorgen und die vom Bürgerforum angemahnten Probleme angesprochen werden.

(NGZ)