1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Hockey-Schiedsrichterin für Olympische Spiele nominiert: Auf Olympia wollte Ute Conen auf keinen Fall pfeifen

Hockey-Schiedsrichterin für Olympische Spiele nominiert : Auf Olympia wollte Ute Conen auf keinen Fall pfeifen

Ute Conen aus dem Grevenbroicher Münchrath ist die erste Sportlerin aus dem Rhein-Kreis Neuss, die das Ticket für die Olympischen Spielen von Athen in der Tasche hat. Ende vergangener Woche gab der Hockey-Weltverband (FIH) ihre Nominierung bekannt. Schon für Athen nominiert: Hockey-Schiedsrichterin Ute Conen.

Ute Conen aus dem Grevenbroicher Münchrath ist die erste Sportlerin aus dem Rhein-Kreis Neuss, die das Ticket für die Olympischen Spielen von Athen in der Tasche hat. Ende vergangener Woche gab der Hockey-Weltverband (FIH) ihre Nominierung bekannt. Schon für Athen nominiert: Hockey-Schiedsrichterin Ute Conen.

Nicht für die deutsche Damen-Nationalmannschaft, dafür wäre sie mit mittlerweile 40 Jahren wohl ein wenig zu alt, sondern als eine von insgesamt zwölf Schiedsrichterinnen für das Damen-Turnier nächstes Jahr in der griechischen Metropole.

"Darüber habe ich mich riesig gefreut", sagt Ute Conen, obwohl sie als Unparteiische schon so ziemlich alles erlebt hat, was es im Hockey zu erleben gibt. Schon 1995 pfiff sie das EM-Finale in Amstelveen, 1998 stand in Utrecht ihre erste WM auf dem Programm und danach folgten noch weitere Welttitelkämpfe, Europameisterschaften und Champions Trophys.

Höhepunkt waren dann vor rund dreieinhalb Jahren ihre Auftritte bei den Olympischen Spiele von Sydney, an die sie noch heute mit großer Begeisterung zurückdenkt: "Ich durfte vier Spiele der Australierinnen leiten und das jeweils vor 15.000 Zuschauern. Das war schon eine unglaubliche Atmosphäre."

  • Nachruf : Schiedsrichterin aus Leidenschaft
  • Vier-Länder-Turnier : Deutsche Hockey-Damen siegen in Berlin
  • Das Stadion am Zoo in Wuppertal
    Niederrheinpokal : Jüchen freut sich auf das große Spiel

Dass Ute Conen sich trotz ihrer erfolgreichen Schiedsrichter-Karriere über die Olympia-Nominierung noch so freuen kann, hat einen triftigen Grund. Denn eigentlich wollte sie nach der Weltmeisterschaft vergangenes Jahr im australischen Perth die Pfeife endgültig an den Nagel hängen, doch dann durchkreuzte eine Knieverletzung ihre Pläne. Weil ihr Gelenk erst kurz vor dem ersten Spiel streikte, ging sie gehandicapt ins Match und lieferte eine schwache Leistung ab.

In den folgenden Spielen lief's zwar besser, doch für eine Schiedsrichterin mit ihrem Ruf und ihren Ansprüchen war das offensichtlich einfach nicht genug. "Das hat mich schon sehr unzufrieden gemacht und danach bin ich erst mal in ein tiefes Loch gefallen", erinnert sich Ute Conen, die sich aber nicht lange in Selbstmitleid erging. Schnell hatte sie sich mit dem Ziel Olympia 2004 eine neue Perspektive geschaffen, die sie dann auch konsequent verfolgte.

Ein eindrucksvolles Comeback auf internationaler Ebene gelang ihr dann im Sommer bei der EM in Barcelona. Da deutete sich schon an, dass es etwas werden würde mit ihrer zweiten Olympia-Teilnahme. Bis dahin gilt es jetzt noch ein strammes Vorbereitungsprogramm zu absolvieren. Denn bevor es nach Athen geht, steht im März noch das Olympia-Qualifikationsturnier in Neuseeland an.

An ihrer Ausdauer arbeitet die studierte Sport- und Erdkunde-Lehrerin im Fitness-Studio und beim Laufen. Darüber hinaus will sie noch möglichst viele Partien auf höchstem Niveau pfeifen und sich viele Spiele auf Video anschauen. Als Krönung für die Mühe hofft Ute Conen dann auf die Erfüllung ihres großen Traums: das olympische Finale zu pfeifen. David Beineke

(NGZ)