Ringen : Auf KSK wartet "eine harte Saison"

Vier Leistungsträger, darunter Urgesteine wie Björn Holk und Max Schwindt, haben den KSK Konkordia Neuss verlassen, der daraufhin ein Dutzend neue Ringer anheuerte. Ob mit ihnen mehr als der Verbleib in der Bundesliga West möglich ist, weiß derzeit niemand

Die Austragungsstätte — Stadionhalle an der Jahnstraße — ist gleich geblieben, der Kampfbeginn — Samstag 19.30 Uhr — auch. Ansonsten warten auf die Anhänger des KSK Konkordia Neuss beim morgigen Saisonauftakt der Ringer-Bundesliga West gegen den TuS Adelhausen fast nur Neuerungen.

Ob das gut oder schlecht ist für den Kraftsportklub, der in seine 13. Saison im Oberhaus geht, wird sich erst im Laufe der bis zum 10. Dezember dauernden Hin- und Rückrunde zeigen. Für Hermann J. Kahlenberg steht jedenfalls schon vor Beginn fest: "Das wird eine harte Saison."

Eigentlich war der Präsident des Kraftsportklubs von 1924 ja optimistisch, trotz des Abgangs etlicher Leistungsträger — darunter der zum Trainer umfunktionierte Max Schwindt, Patrick Loes (pausiert), Björn Holk (zum KSV Köllerbach) und William Harth (zum TKSV Bonn-Duisdorf) — dank umfangreicher Aktivitäten auf dem Transfermarkt, die ein sattes Dutzend Neuverpflichtungen nach sich zogen, eine sorgenfreie Zeit vor sich zu haben.

Ja, in kühnsten Träumen war sogar vom abermaligen Vordringen ins Viertelfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft, das der KSK schon drei Mal erreichte, die Rede — dafür müssten die Neusser mindestens Platz vier unter den neun Westklubs belegen.

Dann aber fiel sein Blick auf die Kaderlisten der Konkurrenz. Seither sind die Sorgenfalten wieder ein bisschen größer geworden auf der Stirn des KSK-Chefs: "Die haben sich alle unglaublich verstärkt", sagt er und denkt dabei nicht nur an die Spitzenklubs aus Weingarten, Mömbris-Königshofen und Köllerbach, die die ersten drei Tabellenplätze unter sich ausmachen sollten. Auch der "Rest" hat ordentlich zugelangt, liebäugelt mehr oder weniger offen mit eben jenem vierten Platz. Deshalb werden die Neusser in den so genannten Expertenkreisen gemeinsam mit dem TSV Musberg als heißer Kandidat für den Kampf gegen den Abstieg gehandelt.

Dass es so schlimm kommt, glaubt Kahlenberg nicht: "Wenn wir immer in Bestbesetzung ringen würden, können wir Vierter werden." Doch ob das der Fall ist, entscheidet nicht nur der schmale Geldbeutel des KSK, das entscheiden auch die nationalen Verbände, die ihren Spitzenringern vor der anstehenden WM die Freigabe verweigern. Zum Glück haben die Neusser bis dahin nur die beiden (Heim-)Kämpfe gegen Adelhausen und Mainz (3. September) auf dem Programm. "Die Saison ist praktisch zweigeteilt", sagt Karl-Martin Dittmann, Generalsekretär des Deutschen Ringerbundes und will daraus Konsequenzen für die künftige Termingestaltung ziehen.

"Unsere Stammringer müssen vorlegen, dann zieht der Rest nach", sagt Kahlenberg mit Blick auf die leichten Gewichtsklassen, in denen in Mimoun Touba (55 kg), Sergyi Skrypka (60 kg) und Samet Dülger (66 kg F) drei "alte Neusser" auf die Matte steigen. Das Trio soll auch morgen für die nötigen Punkte zum ersten Saisonsieg sorgen.

(NGZ/rl)
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