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Hockey: Auf HTC wartet Jahr mit vielen Fragezeichen

Hockey : Auf HTC wartet Jahr mit vielen Fragezeichen

Damen des Hockey-Bundesligisten aus Neuss wissen vor dem Saisonstart nicht so recht, wo sie stehen.

Nach der bärenstarken Rückrunde in der vergangenen Saison wären die Hockey-Damen des HTC SW Neuss eigentlich reif für den Angriff auf einen Platz in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft gewesen. Eigentlich. Doch drei Wochen vor dem ersten Punktspiel ist Trainer Simon Starck nicht gewillt, mehr als den abermaligen Kampf gegen den Abstieg ins Visier zu nehmen. "Das muss und ist und bleibt das Minimalziel!" Seine Skepsis ist leicht nachvollziehbar, droht doch der Ausfall der kompletten Schaltzentrale im Mittelfeld: Die Rehabilitation von A-Nationalspielerin Luisa Steindor (Kreuz- und Innenbandriss im linken Knie) läuft zwar so gut, dass die Physiotherapeuten ihre Rückkehr aufs Spielfeld bereits Ende Oktober für realistisch halten, doch selbst dann stünde sie in diesem Jahr nur noch für drei Spiele zur Verfügung. Genau so hart trifft die Mannschaft der Ausfall von Lina Geyer, die ihren Job als Ärztin in Bochum trotz größter Anstrengungen kaum mehr mit dem Leistungssport in Einklang bringen kann. "Sie hilft uns nur noch im Notfall aus", sagt ihr Coach. Und die von chronischen Rückenschmerzen geplagte Javiera Villagra absolviert im Moment nur leichtes Lauftraining – der erste Härtetest für die Nationalspielern aus Chile steht noch aus.

Das ist wirklich schade, denn zum ersten Mal seit dem Aufstieg ins Oberhaus hatte der HTC sein Team verstärkt. So sind aus Chile gleich zwei mit einem deutschen Pass bestückte Spielerinnen gekommen: Claudia Schüler, die Nummer eins im Tor der Südamerikanerinnen, soll mit Neela Holthausen (Studium in Mainz) ein erstklassiges Gespann auf der Linie bilden. Die 25-Jährige hat in Santiago gerade ihr Studium abgeschlossen, spricht familienbedingt sehr gut Deutsch und sucht im Rheinland eine berufliche Perspektive. Die ebenfalls mit deutschen Wurzeln ausgestattete Christine Fingerhuth (25) wohnt und arbeitet in Krefeld, trainiert schon seit ihrem Wechsel aus Mülheim in der Winterpause in Neuss. Starck: "Sie ist eine sehr quirlige, schnelle und aggressive Stürmerin. Sie wirft sich voll rein und schont sich nicht." Mit Freude hat er außerdem registriert, dass Katja Plauk (19) nach nur einem halben Jahr beim Zweitligisten ETuF Essen ins Jahnstadion zurückgekehrt ist. Mit 30 zum ersten Mal auf höchstem Niveau versuchen will sich Simone Dreischer. Die Führungsspielerin des Regionalligisten DSD Düsseldorf ist für Starck, der ihn Gabriele Stuhlweißenburg-Leist endlich auch wieder eine Mannschaftsbetreuerin an seiner Seite weiß, auf jeden Fall ein "Zugewinn, spielerisch und menschlich".

In einer ausgeglichen stark besetzten Liga steht für den Neusser Coach schon jetzt fest, "dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir als Team geschlossen auftreten und unser Ding durchziehen". Darüber hinaus möchte er neben arrivierten Kräften wie Charlotte Steins, Malou Holthausen und Theresa Laubenstein junge Spielerinnen wie Katrin Bremer (21), "die eine exzellente Rückrunde hingelegt hat", oder auch die nach einem von Verletzungen geprägten Jahr endlich wieder fast schmerzfreie Katharina Kreiner (20) noch mehr in die Verantwortung nehmen.

Das erste Testspiel bestreitet der HTC morgen an heimischer Jahnstraße gegen den Zweitligisten Bonner THV (16 Uhr), am Donnerstag (19.45 Uhr) kommt der RTHC Bayer Leverkusen (2. Liga) nach Neuss.

(NGZ)