Reitsport : Arki ist der Held von Krumke

Aufgefallen Arkansas, das Voltigierpferd des RSV Neuss-Grimlinghausen, kassierte bei der entscheidenden WM-Sichtung in Krumke trotz Verletzungsproblemen die besten Noten und erhält nun eine verdiente Turnierpause.

Was die Voltigiermannschaft des RSV Neuss-Grimlinghausen am Wochenende beim internationalen 3*-Turnier (höchste Kategorie) in Krumke auf den Pferderücken zauberte, war eine weltmeisterliche Vorstellung. Gegen ebenfalls starke Ingelsberger konnten sich die jungen Damen um Trainerin Jessica Schmitz in allen drei Umläufen behaupten, machten damit die ersehnte Nominierung für die Weltmeisterschaften in Le Mans (15. bis 19. August) perfekt.

Der eigentliche Held des Turniers jedoch war Arkansas, der treue Vierbeiner der Rheinländer. Das 1,84 Meter große Pferd war auf der Anreise auf dem Anhänger gestürzt "Er hat seine Sache fantastisch gemacht",Er hat seine Sache fantastisch gemacht"und hatte sich zahlreiche Verletzungen zugezogen, die den WM-Traum in weite Ferne rücken ließen.

Doch "Arki" bewies — nachdem Mannschaftsarzt Dr. Augusto Fernandez grünes Licht für eine Turnier-Teilnahme gegeben hatte — Stehvermögen, kassierte einmal mehr die besten Wertungsnoten des Starterfeldes und wurde so zum Neusser Helden des Wochenendes. "Er hat seine Sache fantastisch gemacht", freute sich Schmitz und lobte Kämpferherz, Stehvermögen und Willenskraft ihres Begleiters.

Sie weiß, dass der 14 Jahre alte Westfalen-Wallach wohl den größten Anteil an der erneuten Championats-Qualifikation trägt. Denn in der Pferdeakrobatik gilt: Selbst herausragende Kür-Ideen sind ohne die Mitarbeit des Partners Pferd nicht umsetzbar. Arkansas — auf dem Nixhof auch unter Berti, Bertram oder Beany bekannt — ist zweifelsohne ein herausragender Sportler. "Ein Weltklassepferd", bestätigte Bundestrainerin Ulla Ramge.

Angesichts des glimpflichen Ausgangs des Sturzes sprach Schmitz von "riesigem Glück im Unglück". Denn der Unfall hatte lediglich zu einigen Abschürfungen am Fell und kleineren Wunden, Schwellungen und Hämatomen am rechten Knie des Pferdes geführt. "Nichts, was Sehnen und Bänder beeinträchtigt oder den Bewegungsablauf gestört hätte", sagt die Trainerin. Denn in diesem Falle hätten die Rheinländer sofort auf einen Start und das damit verbundene WM-Ticket verzichtet.

Während des gesamten Wettkampfes in Krumke kümmerten sich die Neusser Voltigiererinnen und Pferdepflegerin Sabine Berger liebevoll um die Versorgung ihres Pferdes und kühlten die entsprechenden Stellen. Arkansas dankte es mit einer hervorragenden Galoppade in allen drei Umläufen, die die WM-Nominierung sicherte und für eine Premiere auf dem Nixhof sorgte: Erstmals gelang es dem Team unter Schmitz, sich zwei Jahre in Folge für ein Championat zu qualifizieren. Le Mans kann kommen.

(NGZ/rl)