Jüchen : Ansturm auf Weihnachtsmarkt

Im Schatten von St. Jakobus herrschte am Wochenende Stau: Viele Jüchener und Besucher aus der Umgebung kamen zum Weihnachtsmarkt. Gefragt waren neben Glühwein Holzarbeiten und Baumschmuck aus Edelstahl.

Jüchen Die Erfolgsgeschichte des "neuen" Jüchener Weihnachtsmarkts setzte sich bei seiner fünften Auflage fort: Rund um St. Jakobus und auf der zum Markt führenden Budengasse herrschte drangvolle Enge — bei den Besucher, die auch aus der Umgebung kamen, ist der Weihnachtsmarkt längst kein Geheimtipp mehr.

Die Freiwillige Feuerwehr, die in ihrer "Florianshütte" den Massenandrang nicht mehr zu bändigen wusste, hatte hinter der Kirche ein weiteres Pagodenzelt aufgestellt, in dem die Glühweinvorräte ebenfalls nie zur Neige gingen. Erstmals auf dem Weihnachtsmarkt vertreten war der Pionierzug des Bürgerschützen- und Heimatvereins: Er verkaufte Weihnachtsschmuck aus Edelstahl. Auf die Idee gebracht hatte die Schützen ihr General Klaus Wawer. Dieser hat die Zeichnungen erstellt, die von der Giesenkirchener Firma LKS per Laser ausgeschnitten und von den Pionieren montiert wurden. Besonderen Anklang fand nach den Worten von Zugführer Christian Bäcker der absolut brandsichere Kerzenhalter mit dem natürlich von Rentier Rudi gezogenen Schlitten des Weihnachtsmanns: Insgesamt konnte der Pionierzug knapp 100 Exemplare von 15 verschiedenen Modellen verkaufen.

Die Messdiener von St. Jakobus waren wieder mit Christbaumschmuck aus Olivenholz vertreten, das aus Bethlehem stammt; der Pfarrgemeinderat hatte kleine Weihrauchpäckcken im Angebot. Weihrauch, eines der Geschenke der Heiligen Drei Könige und in der Liturgie nicht bei jeder Gelegenheit eingesetzt, hat es Pfarrer Ulrich Clancett zufolge zu einem "gefragten Wellness-Artikel" gebracht. Wertvoll war er bei Christi Geburt ebenso wie heute: Jede nach Sorte kostet das Kilogramm bis zu 40 Euro.

In der Kirche selbst wurde Musik groß geschrieben, wobei der von Hans Adorf dirigierte Männergesangverein Garzweiler den Auftakt machte und die "Flotten Motten" aus Neuenhoven heute Abend den Schlusspunkt setzten. Nicht fehlen durfte das Krippenspiel, das die Jungen und Mädchen des Kindergartens "Unserer lieben Frau" aufführten.

Dramaturgisch geschickt war gleich nach dem Ende des Krippenspiels der Nikolaus zur Stelle, begleitet von Hans Muff. Der kleine Schrecken, den dieser auslöste, wurden durch die Geschenke reich entgolten. Jürgen Odenkirchen aus Jüchen verfügt in der Rolle des heiligen Manns über viel Erfahrung, spielt der 43-Jährige den Nikolaus bereits seit seinem 14. Lebensjahr.

Im Vorraum von St. Jakobus war wieder Norbert Wirtz vertreten, der selbst gefertigten Christbaumschmuck zugunsten der Deutschen Kinderkrebshilfe verkaufte: "Die letzten Wochen waren Knochenarbeit". Von den 2700 Einzelstücken war die Raute von Borussia Mönchengladbach sehr gefragt , die künftig am Weihnachtsbaum aufgehängt werden kann. Wirtz hofft jetzt, seinen Spendenrekord von 2008 noch übertreffen zu können.

Porträt Norbert Wirtz

(RP)