Sportförderung Rhein-Kreis Neuss Gegen alle Widerstände wieder zurück an die Leistungsspitze

Rhein-Kreis · Die Wildwasserkanutin Anna Faber ist dabei, sich aus einem tiefen Tal herauszuarbeiten. Fechterin Larissa Eifler träumt von den Olympischen Spielen.

 Förderer des Leistungssport im Rhein-Kreis mit ihren Schützlingen: (v.l.) Ingo Frieske, Max Hartung, Linda Stahl, Anna Faber (Kanu), Larissa Eifler (Fechten), Tim Schmiel, Deni Nakaev (Ringen), Christoph Buchbender, Jürgen Steinmetz.

Förderer des Leistungssport im Rhein-Kreis mit ihren Schützlingen: (v.l.) Ingo Frieske, Max Hartung, Linda Stahl, Anna Faber (Kanu), Larissa Eifler (Fechten), Tim Schmiel, Deni Nakaev (Ringen), Christoph Buchbender, Jürgen Steinmetz.

Foto: Melanie Zanin (MZ)

Leistungssport ist mitunter ein knüppelhartes Geschäft. Anna Faber hat das im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren. Die Wildwasser-Slalomkanutin des WSC Bayer Dormagen, noch 2021 Deutsche Meisterin, flog im vergangenen Jahr aus dem Bundeskader. „Mir fehlten ein paar Prozentpunkte, darum habe ich mich sehr knapp nicht für die WM qualifiziert“, erklärt die 27-Jährige. Der Verband setzte daraufhin auf jüngere Mitbewerberinnen.

Anna Faber, seit 2004 praktisch zu Hause in ihrem Einer-Kajak, war einfach raus, was sich nicht nur verheerend auf ihre Trainingsqualität am Bundesstützpunkt in Augsburg auswirkte, sondern sich für die nunmehr ehemalige Sportsoldatin auch finanziell äußerst negativ bemerkbar machte. „Das ist für viele Leistungssportler das Karrierenende“, weiß sie. Doch die Studentin der Medienwissenschaft ist eine Kämpferin. Obwohl sie durch ein „tiefes Tal“ gegangen sei, habe sie sich entschlossen, weiterzumachen, „denn ich glaube nach wie vor an mich.“

Am vergangenen Wochenende ist sie im slowenischen Ljubljana in die Wettkampfsaison eingestiegen, die nächste Station heißt Solkan/Slowenien. Ihr großes Ziel ist die Qualifikation für die WM vom 19. bis 24. September im bei London gelegenen Waltham Cross. Wie es in der Dormagenerin aussieht, kann Linda Stahl sehr gut nachvollziehen. Und die Olympiadritte von 2012 im Speerwurf weiß sogar, wie der unverdrossen kämpfenden Kanutin zu helfen ist. Denn die Oberärztin, die ihren Arbeitsplatz in der Urologie gerade von Detmold nach Regensburg verlegt, sitzt im Präsidium der Partner für Sport und Bildung (PSB), einer vor genau zehn Jahren ins Leben gerufenen Initiative zur Förderung des Leistungs- und Nachwuchssports im Rhein-Kreis. Ihr Plan in Bezug auf Anna Faber: „Man kann sie finanziell auffangen, so dass sie ihre Karriere fortsetzen kann.“ Beistand leistet auch Max Hartung. Der mehrfache Welt- und Europameister im Säbelfechten hatte seine Karriere nach Rang vier bei den Olympischen Spielen in Tokio (2021) beendet und arbeitet seit August 2021 als Geschäftsführer der Sportstiftung NRW. Er hat sich den strengen Nominierungsrichtlinien während seiner aktiven Karriere immer wieder unterziehen müssen und sagt deshalb: „Manchmal ist die Regel wichtig, aber es muss auch die Ausnahme geben.“

In Hartungs riesige Fußstapfen beim TSV Bayer Dormagen würde Larissa Eifler gerne treten. Die 23 Jahre alte Säbelfechterin träumt noch von Olympia 2024 in Paris, weiß aber, wie schwer das wird. Im Moment belegt die amtierende U23-Europameisterin Platz 14 der Weltrangliste, „aber das würde noch lange nicht reichen, denn die stärksten Fechterinnen kommen leider aus Europa. Bei uns läuft darum viel über die Mannschaftsweltrangliste.“ Helfen würde in diesem Zusammenhang natürlich die neue Fechthalle auf dem Campus in Knechtsteden. Das gilt selbstverständlich auch für den von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier geförderten Wildwasserpark Dormagen am Straberg-Nievenheimer See. Die damit in Aussicht gestellten Trainingsbedingungen hätte sich Anna Faber schon viel früher gewünscht. „Dann hätte ich nicht nach Augsburg ziehen müssen.“

Wesentlich besser angetroffen hat es Deni Nakaev vom KSK Konkordia Neuss. Das Ringerzentrum am Nordbad soll im Frühjahr 2024 fertig sein und damit punktgenau zum 100-jährigen Bestehen des Kraftsportklubs. Der 20-Jährige liefert indes schon jetzt ab: 2022 holte sich der Griechisch-Römisch-Spezialist den WM-Titel bei den Junioren (U20), sein dritter Platz bei den U23-Europameisterschaften in Bukarest liegt erst wenige Tage zurück.