Fußball : Anfang trifft auf Weidemann

Nach der Galavorstellung gegen Oberhausen will der SC Kapellen in der Fußball-Niederrheinliga gegen den VfR Fischeln nachlegen. Die Trainer beider Mannschaften kennen sich aus gemeinsamen Zeiten ziemlich gut.

Uwe Weidemann hat als Fußballtrainer schon deutlich bessere Zeiten erlebt. In der Saison 2007/2008 beispielsweise klopfte er mit Fortuna Düsseldorf an das Tor zur 2. Bundesliga, verpasste letztlich den Aufstieg aber knapp. Mittlerweile coacht er den Niederrheinligisten VfR Fischeln, holte seit seinem Amtsantritt im November 2010 aber erst einen Punkt und rutschte mit dem VfR auf den vorletzten Platz ab. In dieser misslichen Lage empfangen die Krefelder am Sonntag ausgerechnet den SC Kapellen, der nur so vor Selbstvertrauen strotzt, nachdem er jüngst Tabellenführer RW Oberhausen stürzte.

Wie ernst die Lage bei den Hausherren ist, zeigt der Umstand, dass Weidemann sich vorigen Sonntag nach der Niederlage im Kellerduell gegen Rhede mit Rücktrittsgedanken trug. Doch nach einer Krisensitzung mit Vereinspräsident Thomas Schlösser bekam Weidemann eine Jobgarantie bis Saisonende, dafür wurde Spieler Mike Grühn bis auf weiteres aus dem Kader verbannt. Er war in den jüngsten beiden Spielen jeweils mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. "Damit hat der Verein ein klares Zeichen gesetzt und erwartet jetzt eine Reaktion von der Mannschaft. Das kann etwas bewirken", beurteilt Markus Anfang als Trainer des SC Kapellen aus der Distanz die Situation. Wobei er sich gut in Uwe Weidemann hineinversetzen kann, denn er kennt seinen Widerpart von Sonntag aus der gemeinsamen Zeit bei Fortuna Düsseldorf ziemlich gut. Anfang war nämlich in der Endphase seiner Profilaufbahn dabei, als Weidemann die Fortunen um ein Haar in die Zweite Liga geführt hätte. Deswegen ist er auch überzeugt: "Er wird schon wissen, wie er gegen uns eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz bringt."

Wie schlagkräftig die Erftstädter selbst sein können, stellten sie eindrucksvoll gegen Oberhausen zur Schau. Doch auch mit diesem berauschenden Erlebnis im Hinterkopf wollen Anfang und die Seinen auf keinen Fall den Fehler begehen, gegen Fischeln zu offensiv zu spielen. "Und unterschätzen werden wir die auch auf keinen Fall. Die Mannschaft ist viel besser, als es der Tabellenplatz aussagt", ist der Kapellener Coach überzeugt. Zumal einige seiner Helden noch unter den Folgen des harten Spiels gegen RWO leiden: Ob Lars Schuchardt, Sven Raddatz und Benjamin Schütz auflaufen können, steht noch in den Sternen. Egal wie, die Kapellener wollen unbedingt nachlegen, um den Abstand zu den Abstiegsrängen möglichst weiter zu vergrößern. Zusätzliche Motivation ist das Hinspiel, das sie zwar 2:0 gewannen, am grünen Tisch aber aberkannt bekamen, weil der damals nicht spielberechtigte Deniz Yedek eingesetzt worden war.

(NGZ)