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Galopp: Andrea Glomba feiert Perlenketten-Hattrick

Galopp : Andrea Glomba feiert Perlenketten-Hattrick

Die 34-Jährige aus dem Saarland gewinnt gestern auch den dritten Lauf im "Preis der Perlenkette" mit dem Problempferd Pagan Warrior.

Seit dem Jahre 1961 wird auf der Neusser Galopprennbahn der Damen-Wettbewerb um den Preis der Perlenkette ausgetragen. Gestern hat die 34-jährige Andrea Glomba aus Riegelsberg bei Saarbrücken im Sattel des fünfjährigen Wallachs Pagan Warrior nach ihren Erfolgen in den beiden ersten Läufen auch den Endlauf dieses populärsten deutschen Damen-Wettbewerbs gewonnen.

Drei Rennen, drei Siege – und damit stand die Frage im Raum, ob das jemals einer der vielen Siegerinnen der Vergangenheit gelungen ist. Einzige lebende Zeitzeugin aus der Gründerzeit des Wettbewerbs ist die 90-jährige Helga von Randow. Sie ist die Schwester des längst verstorbenen Wettbewerbs-Gründers Harald von Gustedt, doch die am Renntag anwesende, betagte Dame konnte sich an einen Hattrick einer Reiterin nicht erinnern.

Rennvereins-Präsident Jan Vogel, der am Mittwoch in Köln als neuer Chefmanager des deutschen Galopprennsports vorgestellt wird: "Wir werden das in den nächsten Tagen prüfen. Dazu müssen allerdings viele Unterlagen in den Archiven durchsucht werden." Infrage kommen die fünffache Siegerin Vicky Furler und die dreifache Siegerin Helga Dewald.

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Der Erfolg von Andrea Glomba ist auch der Triumph des Pferdes Pagan Warrior und seines Trainers und Besitzers Uwe Schwinn aus Beckingen. Vor dem ersten Sieg im ersten Perlenketten-Rennen war das Pferd in 14 Rennen sieglos geblieben und eigentlich ein hoffnungsloser Fall, der auch von den Wettern kaum noch beachtet wurde. Es war ein Feldfüller, mehr nicht. Nur Trainer Schwinn warnte in Neuss schon vor dem ersten Sieg: "Er kann viel mehr, wenn er gut drauf ist."

Die gute Laune hat ihm der Trainer offenbar vermittelt, ein schwieriger Fall ist er allerdings geblieben. Andrea Glomba berichtete von den Trainingserlebnissen der letzten Woche: "Er hat mich getreten und gebissen. Es ging nur gut, weil ich eine dicke Jacke trug." Gestern fiel der Erfolg auch nicht mehr ganz so leicht aus: "Ich musste schon etwas mehr zupacken als zuletzt." Uwe Schwinn blieb optimistisch: "Einmal könnte es aber noch gehen."

Die Perlenketten-Siegerin 2013 reitet seit Ende der neunziger Jahre, schaffte bislang 106 Siege und hat im vergangenen Jahr am Abendgymnasium das Abitur bestanden. Sie engagiert sich im Tierschutz (ständig mit vier und mehr Hunden als Begleiter) und kurvte im vergangenen Jahr mit ihrem PKW für ihre Leidenschaften über 80 000 Kilometer durch das Land. Das Fahrzeug nach Neuss hat sie gestern auch gesteuert. Bei der Siegerehrung konnte sie ihren Erfolg so ganz nicht fassen: "Früher habe ich keinen einzigen Perlenketten-Lauf gewonnen und jetzt alle drei."

Ein großer Tag war das gestrige Neusser Finale auch für die an der Stresemannallee mit einem kleinen Stall ansässige Trainerin Katja Gernreich. Mit Welcome in Life und Royal Kiss gewann sie zwei der sieben Rennen. Verfolgt hat sie die Rennen am Bildschirm im Presseraum. Nur zum Endkampf stürmte sie dann hinaus, um ihre Pferde anzufeuern: "Es ist lange her, dass ich zwei Rennen an einem Tag gewonnen habe. Es könnte auch das erste Mal gewesen sein."

In Gestalt von Rebecca Danz und Sabrina Wandt saßen zwei Damen im Siegersattel der Neusser Pferde. Bei den Reitern gewann der 1,82 m große Patrick Gibson aus Bremen zwei Rennen mit Kiowa und Guardian Angel.

(NGZ)