Korschenbroich : Anarchie im Pfarrhaus

Glehn Diejenigen , die "Em Pfarrhus es jet loss" noch nicht gesehen haben, haben gegenüber den Besuchern der bisherigen Aufführungen einen Vorteil, zumindest einen kleinen: Ihnen nämlich steht das pure Vergnügen am neuesten Stück des Glehner Buretheaters noch bevor. Gut drei Stunden lang geht es im zum Theatersaal umfunktionierten Frangensaal hoch her – und zwar noch knapp drei Monate lang an fast jedem Wochenende.

Glehn Diejenigen , die "Em Pfarrhus es jet loss" noch nicht gesehen haben, haben gegenüber den Besuchern der bisherigen Aufführungen einen Vorteil, zumindest einen kleinen: Ihnen nämlich steht das pure Vergnügen am neuesten Stück des Glehner Buretheaters noch bevor. Gut drei Stunden lang geht es im zum Theatersaal umfunktionierten Frangensaal hoch her — und zwar noch knapp drei Monate lang an fast jedem Wochenende.

"Wir sind bis Februar ausverkauft", freut sich Regisseurin Martina Heuser über den Run auf die Eintrittskarten, der nach zunächst eher schleppendem Vorverkauf dann doch noch eingesetzt hat. Ein halbes Jahr lang hat sie mit dem zwölfköpfigen Ensemble geprobt, das bei den bisherigen Auftritten seit der Premiere im Oktober von den jeweils 200 Besuchern regelmäßig mit stürmischem Beifall gefeiert wird.

Neben den Händen nimmt das Publikum am Ende des Stücks dabei auch die Füße zur Hilfe, wenn Gerda Speck noch einmal solo vor dem Vorhang erscheint. Als "Hushäldische" (Haushälterin) Hermine ist sie der Dreh- und Angelpunkt des Dreiakters von Bernd Gombold, an dessen Übertragung ins Glehner Platt sie neben Martina Heuser und Friedrich Türks mitgewirkt hat.

Das Stück enthält alle für eine gute Komödie nötigen Zutaten: Verwechslungen und Missverständnisse sind kaum zu zählen und sorgen ein ums andere Mal für Szenenapplaus.

Die Kirche muss renoviert werden, der Pfarrer (Heinz Küppers) sucht nach unkonventionellen Wegen an Geld zu kommen und schon bald dringen Gerüchte ans Ohr des Bischofs, wonach im Pfarrhaus nicht nur dem Glücksspiel gefrönt werde, sondern auch weibliche Gäste Unterkunft finden, wie etwa die schrille Aerobic-Trainerin Heidi (Helga Bilk).

Domkapitular Dr. Jüngling (Herbert Weiß) soll nach dem Rechten sehen und kann der fröhlichen Anarchie, die im Pfarrhaus waltet, auf Dauer nicht widerstehen: Erst bringt die resolute Hermine den "Herrn Domkapitel" dazu, statt des freitäglichen Fischs seine geliebte Leber zu verzehren. Nachdem er sich entschlossen hat, dem Pfarrer die "Höchststrafe" zu verpassen und ihn "nach Kleinenbroich zu versetzen", scheut der "Küchendragoner" auch ganz harte Bandagen nicht und verschafft dem moralinsauren Sittenwächter einen Vollrausch erster Güte.

Die Messe, in der er die Versetzung des populären Pfarrers bekannt geben will, verschläft er und mit sanftem Nachdruck wird er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu genötigt, den unkonventionellen Pfarrherrn zu "begnadigen", um seinen ach so untadeligen Ruf zu retten.

Am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf, die dem Pfarrer nicht wohlgesonnene Chefin des Pfarrgemeinderats sucht nun die Politik heim, Eifersuchtsdramen zwischen Küster Johannes (Joachim Schröder) und seiner Frau Emma (Martina Heuser) erweisen sich als gegenstandslos und der an dem Komplott gegen den "Domkapitel" nicht unbeteiligte Siggi (Stefan Weingarten) hat endlich freie Bahn bei seiner Lilli (Manuela Püllen).

(RP)