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Analyse zur Eishockey-Regionalliga aus Sicht des Neusser EV

Eishockey : Eine Liga ohne große Zukunft

Analyse Zu schwach für die Regionalliga, zu stark für die Landesliga? Diese Frage stellt sich nach dem Abschneiden des Neusser EV, doch die Eishockey-Saison wirft noch weitere Fragestellungen auf.

Als die Eishockey-Regionalliga Ende September mit ihrer Doppelrunde an den Start ging, waren die Rollen dieser auf nur noch sieben Konkurrenten geschrumpften Liga weitgehend verteilt: Die großen Vier, Diez/Limburg, Titelverteidiger Herforder EV, die Hammer Eisbären und die Neuwieder Bären sollten die Vorrunde dominieren, die Dinslakener Kobras, die Ratinger Ice Aliens und der Neusser EV wurden als Mitläufer eingestuft, wobei der Part des Tabellenletzten, der als einziges Team nach 24 Spielen ausscheiden muss, am ehesten dem NEV zugetraut wurde.

Genauso ist es gekommen, was sich schon recht früh in der Saison abgezeichnet hat. Vier von maximal 72 möglichen Punkten hat der NEV eingefahren, zwei in Ratingen und zwei gegen Dinslaken beim einzigen Sieg in der gesamten Runde. Doch die magere Punktausbeute täuscht ein wenig: Von den 24 Spielen hat der NEV nur neun hoch, aber ebenso viele unglücklich mit nur einem Tor Unterschied verloren.

Die provozierende Frage: ‚Hat der NEV in der falschen Liga gespielt?‘ lässt sich nicht einfach beantworten. Vor wenigen Jahren wurde die Regionalliga als Zehnerliga mit großen Hoffnungen und der Option auf eine Erweiterung auf zwölf Konkurrenten ins Leben gerufen. Doch statt zu wachsen schrumpfte das Konstrukt. Die Meister verzichteten auf einen Aufstieg in die drittklassige Oberliga ebenso wie Landesligisten auf einen Aufstieg in die Regionalliga. Sie alle scheuten das finanzielle Risiko, das schon so manchen Regionalliga-Verein in die Knie gezwungen hat. Der Neusser EV hat finanziell als reiner Amateurverein solide gearbeitet, kann aber mit Konkurrenten, die Semi- oder gar ein paar Vollprofis beschäftigen, nicht mithalten. Fazit: Die Regionalliga mit nur sieben Teilnehmern und einem aufgeblasenen, zum Teil langweiligen Modus kann so nicht überleben.

Welche Alternativen bieten sich an? Der Eishockeyverband NRW scheint nach dem Testlauf des Inter Regio Cups mit drei belgischen und drei niederländischen Teams sowie sechs deutschen Mannschaften aus der Regionalliga West eine internationale Liga zu präferieren. Nach Abschluss der Cup-Serie und dem Sieg des EHC Neuwied zog der NRW-Verband eine positive Bilanz: „Da alle beteiligten Vereine und Verbände die erste Austragungsrunde um den Inter Regio Cup sehr positiv bewerten, folgen jetzt weitere Gespräche…“ Dem Fazit kann zumindest der Neusser EV nicht voll zustimmen. Aber auch die übrigen Regionalligisten scheinen nicht rundum begeistert zu sein. Ihr Abschneiden lässt Zweifel aufkommen: 4. Hammer Eisbären, 5. EG Diez-Limburg, 9. Neusser EV, 10. Dinslakener Kobras, 12. Herforder EV, der als Regionalliga-Meister oft nur mit einer B-Mannschaft antrat.

Zu erwarten ist, dass wieder kein Regionalligist in die Oberliga aufsteigen will. Dessen ungeachtet könnte die Regionalliga mit Landesligisten aufgefüllt werden, was die meisten Landesligisten aus finanziellen Gründen ablehnen werden. Oder man beschränkt sich auf eine echte Regionalliga NRW ohne die Gäste aus Hessen und Rheinland- Pfalz (Diez-Limburg und Neuwied), was von vielen gewünscht, aber zu einer Auszehrung der NRW-Landesliga führen würde. Zu hoffen bleibt also, dass der Eishockeyverband möglichst bald Klarheit schafft, damit die Vereine planen können. Der Neusser EV will sich in der anstehenden Relegation auf sportlichem Weg die Zugehörigkeit zur Regionalliga sichern, um sich Wahlmöglichkeiten offen zu halten.