Handball : Langsam klären sich die Fronten

Analyse Das letzte Saisondrittel in der 2. Handball-Bundesliga wird am Wochenende eingeläutet. Sechs Mannschaften kämpfen noch um den Aufstieg, mindestens sieben um den Klassenerhalt. Nur der Tabellenletzte HSG Krefeld hat schon Planungssicherheit für die kommende Spielzeit.

Die Reduzierung der 2. Handball-Bundesliga von 20 auf 18 Klubs am Ende der vergangenen Spielzeit sollte vor allem eines bringen: frühzeitige Planungssicherheit für die Klubs, besonders für diejenigen, die um die weitere Ligazugehörigkeit kämpfen.

Davon kann elf Spieltage vor Saisonende keine Rede sein. So etwas wie Planungssicherheit besitzt nur Schlusslicht HSG Krefeld, das von 22 möglichen Punkten 16 holen müsste, um sich zu retten – falls die drei vor ihm platzierten Mannschaften gleichzeitig keinen einzigen Zähler mehr einfahren. So etwas wie Planungssicherheit haben auch die DJK Rimpar (27:19 Punkte) und der HSV Hamburg (25:21) auf den Tabellenplätzen sieben und acht: Bei beiden müsste schon sehr viel schief laufen, damit sie in Abstiegsgefahr geraten – und sehr viel richtig, wollen sie noch in den Aufstiegskampf eingreifen.

Auch den TSV Bayer Dormagen (24:22) und den TuS Ferndorf (23:23) darf man zum kleinen Mittelfeld der Liga zählen. Für alle anderen gilt: Zittern bis zum Schluss, eventuell bis zum letzten Spieltag am 23. Mai.

Der Kampf um den Aufstieg Einen Top-Favoriten gibt es nicht. Tabellenführer HSC Coburg hat zwar drei Punkte Vorsprung, zeigt aber auch immer wieder Schwächen und lebt vor allem von seiner makellosen Heimbilanz (elf Siege in elf Spielen), die ansonsten nur vom VfL Gummersbach (zehn Siege, zwei Unentschieden) annähernd erreicht wird. Nach schwachem Start hat sich der andere Erstliga-Absteiger SG Bietigheim auf leisen Sohlen in die Spitzengruppe geschlichen. Der Tipp: Dieses Trio wird die beiden Aufstiegsplätze unter sich ausmachen, TuSEM Essen und der ASV Hamm scheinen nicht konstant genug in ihren Leistungen. Und der TuS N-Lübbecke, der sich zuvor mit vier Siegen in Folge (unter anderem gegen Coburg) überhaupt erst für den Aufstiegskampf angemeldet hatte, hat sich mit der 21:23-Niederlage beim TuS Ferndorf selbst aus dem Rennen genommen. Einen Fingerzeig könnte es bereits am heutigen Freitagabend geben, wenn Gummersbach in Lübbecke gastiert: Übersteht der VfL diese Partie schadlos, hat er bei Heimspielen gegen Bietigheim und Hamm gute Karten zumindest auf Platz zwei.

Der Kampf gegen den Abstieg Gesucht wird neben der HSG Krefeld noch ein direkter Absteiger (Platz 17) und einer, der in die Relegation muss (Platz 16). Das Feld der Bewerber beginnt spätestens mit dem ThSV Eisenach auf Platz elf (auch wenn sich Dormagen und Ferndorf noch nicht allzu sicher sein sollten). Eisenach hat zwar schon 21 Pluspunkte, aber nur noch vier Heimspiele, darunter gegen Coburg und Gummersbach. Und auswärts hat der Aufsteiger bislang erst drei Punkte geholt – schlechter ist in fremden Hallen nur die HSG Krefeld. Da dürften die neun Zähler, die zum Erreichen der „magischen“ 30-Punktemarke fehlen, schwer zu holen sein. Doch das gilt auch für TV Emsdetten und HSG Konstanz, die dafür 15 von 22 möglichen Punkten holen müssten. Der Tipp: Die Entscheidung, wer direkt absteigt und wer in die Relegation muss, fällt erst am letzten Spieltag.

Die potenziellen Zweitligisten Zum zweiten Mal gibt es eine Aufstiegsrunde. Die Tabellenführer der 3. Ligen Dessau-Roßlauer HV (Nord-Ost), Wilhelmshavener HV (Nord-West), TV Großwallstadt (Mitte) und TuS Fürstenfeldbruck (Süd) haben alle eine Zweitliga-Lizenz beantragt. Bleibt der Tabellenstand so, kommt es am 2./3. Mai und 9./10. Mai zu den Duellen Fürstenfeldbruck gegen Wilhelmshaven sowie Dessau gegen Großwallstadt. Die Sieger steigen direkt auf, die Verlierer ermitteln in zwei weiteren Spielen den Relegationsgegner des Zweitliga-Drittletzten.