Analyse zum Abstiegskampf in der 2. Handball-Bundesliga

Handball : Abstiegsfinale bleibt spannend bis zuletzt

Analyse Die Spitzenteams schwächeln, der Abstiegskampf weitet sich aus. Acht Spieltage vor Saisonende ist in der 2. Handball-Bundesliga außer dem Abstieg der Rhein Vikings noch keine Entscheidung gefallen.

Wer das Risiko liebt, sollte die Wettbörse der 2. Handball-Bundesliga besuchen. Acht Spieltage vor dem Saisonfinale am 8. Juni ist dort erst eine Entscheidung gefallen: Der insolvente Tabellenletzte HC Rhein Vikings steht schon seit langem als erster Absteiger fest. Vier weitere werden gesucht – und um diese Plätze „bewerben“ sich elf Mannschaften. Denn die Abstiegszone beginnt inzwischen auf Tabellenplatz neun. Den hat der TuS Ferndorf inne, der mit 32:28 Punkten scheinbar auf der sicheren Seite ist. Nur: Der Aufsteiger hat das Kunststück fertig gebracht, seit dem 16. Februar kein Spiel mehr gewonnen zu haben. Damit die Siegerländer ebenso wie der TV Hüttenberg (29:31) noch einmal ernsthaft in Gefahr geraten, muss allerdings bei den hinter ihnen platzierten Teams viel (Positives) passieren.

Doch schon ab Rang elf wirds kriminell eng: Der TV Emsdetten (27:33) verpasste mit dem gestrigen Unentschieden gegen Eintracht Hagen den Befreiungsschlag, dürfte das 25:25 angesichts eines 23:25-Rückstands viereinhalb Minuten vor Schluss aber eher als Punktgewinn verbuchen. Fünf Zähler trennen den ehemaligen Erstligisten vom ersten Abstiegsplatz, auf den der Wilhelmshavener HV dank seines 37:32-Sieges über den TV Großwallstadt kletterte, nur sieben Punkte liegen zwischen dem elften und dem vorletzten Tabellenplatz, auf den der HC Elbflorenz zurückfiel, der im ersten Spiel unter Neu-Trainer Rico Göde mit 27:29 bei der DJk Rimpar verlor. Hagen (24:36) seinerseits verpasste es, den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern.

Eins scheint sicher: Hochrechnungen, wer welches Restprogramm zu absolvieren hat, bringen angesichts der Ausgeglichenheit der Liga und der beinahe spieltäglichen Überraschungen (diesmal der 31:26-Sieg des EHV Aue über Tabellenführer Balingen und das 28:23 des VfL Lübeck-Schwartau beim Tabellenzweiten in Coburg) gar nichts. Dennoch sei eine erlaubt: 34 Punkte bedeuten den sicheren Ligaverbleib, 32 sollten ebenfalls genügen. Denn um die noch zu erreichen, müssten die Teams auf den Abstiegsplätzen schon eine Siegesserie starten – und danach sieht es trotz aller Heimstärke von Wilhelmshaven (noch vier Heimspiele) und Großwallstadt (noch fünf, darunter gegen Coburg und Balingen) nicht aus.

Dusko Bilanovic, der mit dem 31:28 über den HSV Hamburg seine Bilanz als Trainer des TSV Bayer Dormagen ins Positive wendete (11:9 Punkte aus zehn Spielen) hat auch eine Hochrechnung aufgestellt: „Wenn wir unsere restlichen vier Heimspiele gewinnen, bleiben wir drin.“ Das nächste steigt am Sonntag (17 Uhr) gegen den TuS Ferndorf.

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