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Amateurfußball: Annullierung der Fußballsaison stößt auf Widerstand

Fußball : Annullierung der Fußballsaison stößt auf Widerstand

Der weiterhin stark am Aufstieg interessierte 1. FC Bocholt will die Entscheidung des Fußballverbandes Niederrhein von einer Anwaltskanzlei prüfen lassen.

(sit) Da hatte sich der Fußballverband Niederrhein mit der Annullierung der Saison so viel Zeit gelassen, um nur ja keine nachträglichen Klagen behandeln zu müssen. Und jetzt das: „Wir werden die Entscheidung durch eine Anwaltskanzlei überprüfen lassen, da wir es als absolute Ungerechtigkeit erachten, dass andere Verbände außerhalb von Nordrhein-Westfalen Oberligisten aufsteigen lassen und uns dies verwehrt wird“, kündigt Stephan Engels, Sportchef des Oberliga-Spitzenreiters 1. FC Bocholt, in der Sportzeitschrift RevierSport an. Als Referenz dient ihm der Nordostdeutsche Fußballverband, in dem Viktoria Berlin nach nur elf Partien in die 3. Liga aufsteigen dürfe und Tasmania Berlin nach neun Spieltagen in die Oberliga absteigen müsse. Der FVN hatte es für die Wertung der Saison mit dem Hinweis auf die Spielsatzung zur Voraussetzung gemacht, dass mindestens die Hälfte der Partien tatsächlich zur Austragung hätten kommen müssen.

Wesentlich gelassener geht man mit diesem Thema im Fußballkreis 5 Grevenbroich/Neuss um. Das liegt natürlich auch daran, dass für dessen Vertreter der Aufstieg weder in der Landesliga noch in der Bezirksliga (vielleicht mit Ausnahme der DJK Gnadental) wirklich ein Thema war. Doch auch der SC Grimlinghausen, Tabellenführer der Kreisliga A, hatte sich schon früh dafür ausgesprochen, die Saison ohne Wertung zu beenden. „Alles andere hat wenig Sinn“, sagte Abteilungsleiter Dirk Alertz. Es bringe ja nichts, sich an einem Strohhalm festzuhalten, während im Lockdown die Zeit davonlaufe.

Was mit dem Niederrheinpokal (mit dem SC Kapellen und dem VfL Jüchen/Garzweier), dessen Sieger in die erste Runde des lukrativen DFB-Pokals einzieht, passiert, ist noch offen. Der Kreispokal 2020/21 soll jedoch je nach Möglichkeit noch sportlich abgeschlossen werden. FVN-Pressesprecher Henrik Lerch: „Es ist es angedacht, dass die Kreispokale wie im vergangenen Jahr vor Beginn der neuen Meisterschaftssaison weitergespielt werden, um so die Teilnehmer der Kreise für die 1. Runde des Niederrheinpokals 2021/2022 ermitteln zu können.“ Allerdings war im Kreis 5 bis zu Beginn des Lockdowns am 2. November noch nicht mal die erste Runde vollständig ausgespielt.