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Niederlage des TSV Bayer Dormagen in Friesenheim: Am Ende war es nur Pech

Niederlage des TSV Bayer Dormagen in Friesenheim : Am Ende war es nur Pech

Von Volker Koch

Es bleibt dabei: der TSV Bayer Dormagen kann in Friesenheim einfach nicht gewinnen. Freitagabend hätte der Handball-Zweitligist mindestens einen Punkt verdient gehabt in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle, doch am Ende stand eine mehr ganz bittere 27:28-Niederlage (Halbzeit 14:15).

Mehr als unglücklich, denn zehn Sekunden vor Schluss hatte Bayer den einen Punkt eigentlich sicher in Händen. Nils Meyer blockte den letzten Angriff der Friesenheimer, die 25 Sekunden zuvor eine Auszeit genommen hatten, ab. Martin Baekhoej bekam das Spielgerät zu fassen, doch anstatt den Ball in den eigenen Reihen und damit den vollkommen verdienten Punktgewinn festzuhalten, spielte der Däne volles Risiko und auf Sieg.

Doch seinen Pass zum Gegenstoß fing Nico Kibat kurz hinter der Mittellinie ab, passte auf den auf Rechtsaußen freigelaufenen Fridjonsson, doch der Isländer setzte den Ball am Dormagener Tor vorbei. Das Leder hoppelte die Außenlinie entlang bis zum Friesenheimer Linksaußen Michael Baus, und der traf mit dem Schlusspfiff ins leere Dormagener Tor. Lähmendes Entsetzen auf Seiten der Gäste, während Torschütze Baus in einer Friesenheimer Spielertraube begraben wurde.

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Es war ein glücklicher Sieg für die Gastgeber, denn eigentlich hatte keiner Freiatagabend zwei Punkte verdient. Die Dormagener steckten dabei drei Handikaps bravourös weg: Zunächst die vierstündige Anfahrt wegen einer Vollsperrung der A61 bei Heimerzheim, dann eine indiskutable Leistung des erstligaerfahrenen Schiedrichtergespanns Dang/Zacharias aus dem nur wenige Kilometer entfernten Mainz.

Negativer Höhepunkt in einer Fülle von eklatanten Fehlentscheidungen waren die Roten Karten gegen Oliver Tesch (25.) und Kjell Landsberg (33.) für Allerweltsfouls, bei denen Zeitstrafen durchaus genügt hätten. Dormagen bewies Moral, ließ sich auch von einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand (8:12/17.) nicht schocken. Gestützt auf einen Joachim Kurth in Klasseform, der insgesamt 15 Bälle hielt, und einen Rainer Hantusch, der mit seinen sechs Toren das beste Spiel seit langer Zeit machte, kämpfte sich Bayer wieder bis zum 14:14 (30.) heran.

Und als wäre es ein böses Omen für die Schluss-Sekunde gewesen, gelang Markus Scheurer mit einem abgefälschten Wurf mit dem Pausenpfiff das 15:14 für die TSG. Im zweiten Durchgang verkrafteten die Gäste zunächst auch die zweite Rote Karte, diesmal gegen Kjell Landsberg (33.), gut. Aufs Ganze gesehen sollte sich der Ausfall der beiden Kreisläufer jedoch als entscheidend erweisen. Ohne sie bekam Bayer die Deckungsmitte nicht mehr dicht. Und im Angriff musste Trainer Kai Wandschneider seinen bis dahin gefährlichsten Rückraumschützen Rainer Hantusch auf die Kreisläuferposition beordern.

Dadurch fehlte der Druck aus dem Rückraum, den der nach 46 Minuten eingewechselte Martin Baekhoej nur unzureichend entwickeln konnte. Den Dänen fehlt halt die Spielpraxis, anders ist sein fataler Fehlpass in der Schlussminute auch nicht zu erklären. Dabei hatten die Dormagener in den letzten 120 Sekunden sogar noch einen 25:27-Rückstand durch Treffer von Koke und Kopeinigg wieder wettgemacht. Am Ende war es einfach nur Pech.

(NGZ)