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Korschenbroich: Altenheimpläne jetzt öffentlich

Korschenbroich : Altenheimpläne jetzt öffentlich

Zwischen Bahn und Friedrich-Ebert-Straße soll ein Altenpflegeheim in Kombination mit betreutem Wohnen entstehen. Für die Anlage, bei vielen umstritten, wird der Bebauungsplan geändert. Der Entwurf liegt jetzt aus.

Die Janßen Grundstücksgesellschaft will auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Areal eine Senioren-Residenz errichten. Dort sollen langfristig 80 stationäre Pflegeplätze gebaut werden — in der Kombination mit betreutem Wohnen. Dafür plant der Investor weitere 90 Plätze. Während die Bürgerinitiative "Nein zum Heim" keine Gelegenheit auslässt, auf den für sie "untragbaren Standort" zwischen Bahnlinie und Landesstraße 381 hinzuweisen, gab die Politik jetzt grünes Licht zur Offenlage. Der Entwurf zum Bebauungsplan kann — laut Dezernatsleiter Georg Onkelbach — ab Freitag für vier Wochen eingesehen werden. Damit verbunden sind drei Gutachten zu den Themen Verkehr, Schallschutz und Erschütterung.

Gesetzliche Vorgaben erfüllt

Christian Bexen von der Societät "Stadtplanung, Verkehrsplanung, Kommunikation" kommt in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Hindenburgstraße zum heutigen Zeitpunkt die "grundsätzlichen Anforderungen von älteren Fußgängern erfüllt". Allerdings räumt der Experte aus Dortmund auf Anfrage unserer Zeitung ein: "Natürlich kann man mehr machen, die technischen Möglichkeiten geben das her."

Kritisch sieht der Gutachter das kombinierte Querungsprinzip. Aufgrund der konkurrierenden Anforderungen von Seh- und Gehbehinderten wurde dort ein Kompromiss gewählt, der zwar die Vorgabe der Richtlinien erfüllt, aber beiden Personengruppen aus Sicht Bexens nur "bedingt gerecht wird". Während die Sehbehinderten eine vier bis sechs Zentimeter hohe Borde benötigen, regt Bexen für die Gehbehinderten eine "Null-Absenkung" an. Sein Vorschlag: "Seh- und Gehbehinderte so getrennt über die Straße zu führen."

Christian Bexen, der zur Datenerhebung des Gutachtens vor Ort war, spricht von der Landesstraße mit seinen zwei Nebenfahrbahnen von einer "sehr speziellen Situation". Der Verkehrsknotenpunkt Friedrich-Ebert-Straße wird lichtsignalgesteuert. Während der Verkehrsbeobachtung hat Bexen festgestellt, dass Fußgänger und Radfahrer vom Ortskern kommend die Kreuzung überwiegend in Richtung Bahnunterführung überqueren. Sein Vorschlag lautet, dort die unterschiedlichen Ampelphasen gleichzuschalten und die Zeitspanne zwischen dem Grün- und Rotlicht für Gehbehinderte zu verbessern. Er lobte den "ordentlichen Zustand der Gehwege": "Mir sind keine Stolperkanten aufgefallen." Die Radwegeführung hat für Bexen aber "offensichtliche Mängel" und zu den Verkehrsinseln stellt er sachlich fest: "Um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen, sollten die Mittelinseln verbreitert werden."

(NGZ)