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Korschenbroich: Altenheim soll trotz Kritik gebaut werden

Korschenbroich : Altenheim soll trotz Kritik gebaut werden

Die Politik hat die Weichen für das an der Friedrich-Ebert-Straße geplante Seniorenheim gestellt. Einwände wurden abgeschmettert.

Politik und Verwaltung waren sich selten so einig wie jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege. Mehr als 70-mal fragte Ausschuss-Vorsitzender Hans-Willi Türks nach dem Votum zu den vorliegenden Einwänden, Anregungen und Bedenken Träger öffentlicher Belange, der Bezirksregierung, der Kommunen und der Bürger. Mehr als 70-mal machte Türks seine Paraphe an die Beschlussempfehlungen der Verwaltung zu den umstrittenen Altenpflegeheim-Plänen. Mehr als 70-mal stellte Türks gut hörbar fest: "Einstimmig."

In der Sache hörten die Zuhörer kaum etwas – stattdessen versicherten Albert Richter (SPD ) und Andreas Heidemann (CDU), dass alle Politiker in ihrer Entscheidung zu den Heimplänen "völlig frei" seien. Um alle Zweifel auszuräumen, erklärte der Technische Dezernent Georg Onkelbach, das geplante Senioren-Zentrum werde so gebaut: "Der Investor hat seine Planungen bis dato nicht geändert." Damit reagierte Onkelbach auf einen offenen Brief, den Friedel Herten im Vorfeld der Ausschusssitzung an die Ratsfraktionen geschickt hatte.

Herten hatte aufgrund veränderter Formulierungen im Entwurf zum Bebauungsplan geschlossen, dass der Investor gar nicht mehr an dem Bau einer Senioren-Residenz auf dem Korschenbroicher Bauhof-Gelände interessiert sei. Seine Bedenken begründete der frühere Kommunalpolitiker aus Pesch dann auch vor der Sitzung mit dem Hinweis auf die im Bebauungsplan-Entwurf geänderten Textpassagen: "Die Begriffe Seniorenpark und Senioren-Residenz sind im Text jetzt durchgängig durch den Begriff Senioreneinrichtung ersetzt worden."

Für Friedel Herten ein klares Indiz dafür, dass der Investor auf dem Grundstück eine reine Wohnanlage bauen wolle. Sein Kommentar dazu: "Das wäre ein wahres Schnäppchen, für einen Grundstückspreis von 1,6 Millionen Euro mehr als 10 000 Quadratmeter Wohnfläche zu realisieren." Onkelbach wusste dem Ausschuss zu berichten, dass der Investor mit "großem Unverständnis" auf Hertens Mutmaßungen reagiert habe. Zum besseren Verständnis erklärte Onkelbach: "Alles, was in der Vorlage steht, ist inhaltlich gleich geblieben." Lediglich die Formulierungen hätten sich geändert.

Amtsleiter Dieter Hoffmans unterschied in dem Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Bebauungsplanbezeichnungen. Für alle Verunsicherten fragte Albert Richter nach: "Sichert uns die Verwaltung zu, dass die Senioren-Residenz auch bei geänderter Wortwahl so wie geplant, gebaut wird?" Onkelbach zögerte als Fachbereichsleiter keinen Moment: "Das sichern wir zu."

Das vorliegende Lärmgutachten wurde auch nicht thematisiert. Dort heißt es unter anderem: "Die baulichen Anforderungen an den Lärmpegel V für Wohnungsnutzungen beziehungsweise einen Innenpegel von 25 dB (A) in Schlafräumen von Pflegeeinrichtungen sind recht hoch." Selbst für die Außenfassaden wird zur Lärmreduzierung eine mechanische Lüftungsanlage angeregt.

(NGZ)