Korschenbroich: Altbiergulasch für die Komparsen

Korschenbroich: Altbiergulasch für die Komparsen

Liedberg Liedberg ist Hengasch. Und liegt in der Eifel. Auf dem Schild an der traditionsreichen Liedberger Gaststätte "Im alten Brauhaus" steht "Gasthof Aubach" zu lesen. Doch keine Bange, weder wurde Liedberg umgesiedelt, noch hat nach vier Generationen der Familie Vennen etwa ein Inhaber-Wechsel im "Brauhaus" stattgefunden.

Liedberg Liedberg ist Hengasch. Und liegt in der Eifel. Auf dem Schild an der traditionsreichen Liedberger Gaststätte "Im alten Brauhaus" steht "Gasthof Aubach" zu lesen. Doch keine Bange, weder wurde Liedberg umgesiedelt, noch hat nach vier Generationen der Familie Vennen etwa ein Inhaber-Wechsel im "Brauhaus" stattgefunden.

Foto: NGZ

Nein, da serviert Birgit Vennen selbst gerade Altbiergulasch und "Kölschen Kaviar", "Himmel un Ääd" sowie Eingemachten Bierkäse. Die Gäste sind zwar Liedberger, diesmal allerdings keine zahlenden Kunden, sondern Komparsen, die Gastwirt Wilfried Vennen in der Nachbarschaft aufgetrieben hat. Und das fremde Schild hängt lediglich vorübergehend und auch nur jeweils für die Dauer der Dreharbeiten zur neuen ARD-Krimiserie "Mord mit Aussicht" über der Tür. Für einige Tage ist das Golddorf Liedberg das fiktive Eifeldörfchen Hengasch, in dem die neue Krimiserie spielt, die ab Januar 2008 jeweils montags um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt wird.

Nach zwei Tagen voller Trubel - die 32 Frauen und Männer mussten in der historischen Gaststube erst einmal Platz finden - wurde für den 8. Oktober nun noch ein dritter Drehtag anberaumt. Eine Vorstellung, die Wilfried Vennen nicht erschreckt. "Ganz im Gegenteil", sagt der 44-Jährige, der bereits über reichlich Erfahrungen mit Dreharbeiten verfügt, wurde doch 2003 die Sendung "Klingendes NRW" mit Moderator Gisbert Baltes innerhalb von 14 Tagen komplett in Liedberg aufgezeichnet. "Zu dieser Tortur stehen die beiden Drehtage für die Krimireihe in keinem Verhältnis", versichert der Liedberger, der die Zusammenarbeit mit der Crew von "Mord mit Aussicht" als sehr angenehm beschreibt: "Von Anfang an herrschte ein Auf-Du-und-Du-Verhältnis, da war keiner hochnäsig."

Manchmal allerdings sei er ein wenig ins Schwitzen geraten, wenn er auf der Suche nach einem gewünschten Werkzeug gleichzeitig mit drei weiteren Anliegen konfrontiert wurde. Oder Ehefrau Birgit gebeten wurde, für eine Szene im Gastraum "doch eben schnell" einige typisch niederrheinische Gerichte zu zaubern. "Man hat für diese Zeit im eigenen Haus nichts mehr zu sagen, und es herrscht ein Gewimmel wie in einem Ameisenhaufen", beschreibt er die Stimmung.

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Hauptdrehort der Serie, in deren Mittelpunkt die ehrgeizige Kölner Kriminalkommissarin Sophie Haas (gespielt von Grimme-Preisträgerin Caroline Peters) steht, ist ein Fachwerkhaus im Eifeldorf Kallmuth nahe Kommern, das zur "Polizeiwache" umfunktioniert wurde. Auf der Suche nach weiteren Drehorten mit Fachwerk-Flair wurden die Location-Scouts der Kölner Produktionsfirma PRO GmbH im Internet fündig.

"Als wir dann bei strahlendem Sonnenschein auf dem Markt standen und zum Schloss hinauf gingen, war uns allen klar: Das ist Hengasch", schildert Producerin Heike Schwarzbach den Augenblick der Entscheidung. "Für uns ist es ein Glück, dass der Ort in keiner Weise touristisch aufgepeppt ist, sondern sich seine Ursprünglichkeit bewahrt hat", erzählt sie lebhaft und erinnert sich begeistert an die Dame in der Klöntür, die "unfassbar gestalteten" Vorgärten und die Straßenzüge mit ganz unterschiedlichem Charakter, wo Regie und Kameraleute "für jede Szene etwas finden".

Absoluter Pluspunkt für Liedberg - neben der räumlichen Nähe zu Köln: "Beim Dreh im Ortskern war es wunderbar leise, weil die Hauptstraße etwas abseits liegt", erwähnt Heike Schwarzbach einen wichtigen Aspekt.

An die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Liedberger und die Zusammenarbeit mit Familie Vennen denkt Heike Schwarzbach gern zurück: "Als wir unserer Hauptdarstellerin Punkt Mitternacht zum Geburtstag gratuliert haben, stimmte Herr Vennen mit dem Akkordeon mitten in der Szene ein Lied an."

(NGZ)
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