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Galopp: Als Trainer lief Woodburn dem Erfolg stets hinterher

Galopp : Als Trainer lief Woodburn dem Erfolg stets hinterher

Als Jockey gewann Kevin Woodburn zwei Mal das Deutsche Derby. Als Trainer sattelte er jetzt seinen letzten Starter.

Den letzten Starter führte er sichtlich gerührt selbst aus dem Absattelring. Die Karriere des in Neuss tätigen Galoppertrainers Kevin Woodburn (55) ist beendet. Am Sonntag sattelte er beim Saisonfinale in Frankfurt am Main seinen letzten Starter. Die Hoffnung auf einen Sieg erfüllte sich nicht. Der dreijährige Hengst Cabanello wurde mit Eduardo Pedroza im Sattel als Favorit nur Vierter.

Und irgendwie war das dann auch bezeichnend für diese zweite berufliche Karriere des einst begnadeten Jockeys, der es in zehn Trainerjahren auf gerade einmal 58 Siege brachte. Zum Vergleich: Im Sattel gelangen ihm über 1500 Erfolge. Darunter zwei Derbysiege 1989 mit Mondrian und 1995 für Trainer Harro Remmert mit All My Dreams . Typisch für Woodburn war die Antwort, die er dem verdutzten Moderator nach dem Derbysieg vor der großen Kulisse der Hamburger Tribüne auf die Frage gab, wann er wirklich an den Derbysieg geglaubt hätte: "Bei der Starterangabe..." Es machte sich gleichermaßen Erstaunen wie Entsetzen breit.

Woodburn konnte witzig sein, aber auch abweisend. Oft stand er sich selbst im Wege, für Besitzer war er ein zwar ehrlicher, aber auch schwieriger Trainer. Die Trainerlaufbahn begann in München, doch schnell siedelte er zur Neusser Stresemannallee um. Es lief in keinem Jahr so richtig gut, immer wieder waberten die Gerüchte um das Ende des Unternehmens. Es kamen diverse Auseinandersetzungen in anderen Bereich hinzu. Eigentlich war Lebensgefährtin Simone Bals die Triebfeder für das Weitermachen. Es war auch typisch, dass von ihr im Frankfurter Absattelring die Fragen des Moderators beantwortet wurden. Kevin hatte sich schon mit dem Pferd in Richtung Stall entfernt.

Bals bestätigte dort die schon vor einigen Monaten gegenüber der NGZ geäußerten Pläne: "Wir gehen nach München und machen erst einmal ausgiebig Urlaub. Dann werden wir versuchen, nach Südafrika zu übersiedeln." Das Paar plant dort eine Tätigkeit im Hotel-und Tourismusbereich. Eine Arbeit im Galopprennsport wurde ausgeschlossen.

Erfreulicher verlief der Frankfurter Renntag für den Neusser Trainer Axel Kleinkorres. Die Stute Adalea mit Jockey Stephen Hellyn bescherte ihm seinen 23. Jahressieg und damit den Sprung in die Top-Zehn der deutschen Trainer. Für das Pferd war es der zweite Sieg im Leben. Heute läuft sein Schimmel Shoshoni mit Viktor Schulepov als Außenseiter im Sächsischen Herbstpreis um 20 000 Euro in Dresden.

Die nach der ersten Begehung durch die Rennbahn-Prüfungskommission des Kölner Dachverbands notwendig gewordenen Arbeiten am Geläuf der Neusser Bahn sollen fertig sein. Am Montag erscheinen die Experten erneut, um sich davon zu überzeugen. Am 2. Dezember soll die Saison starten.

(kgoe)