1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Als Entwicklungshelfer in Kenia

Korschenbroich : Als Entwicklungshelfer in Kenia

Der gebürtige Herrenshoffer Wolfgang Nierwetberg steuert von Nairobi aus die Hilfe für die nach der Dürrekatastrophe notleidende Bevölkerung in Kenia. Im Auftrag der international tätigen Hilfsorganisation "Help" unterstützt er mit seinen Kollegen 12 000 kenianische Familien.

Herrenshoff/Nairobi Ein bisschen durchgeschwitzt ist Wolfgang Nierwetberg, draußen in Nairobi sind es 27 Grad und der gebürtige Herrenshoffer muss in wenigen Minuten wieder los. Seit zwei Wochen ist der 60-Jährige in Kenia, für die weltweit tätige Hilfsorganisation "Help" steuert er vor Ort die Hilfsmaßnahmen für die nach der Dürrekatastrophe notleidende Bevölkerung. Am Tag zuvor ist er um sieben Uhr aufgebrochen und in Richtung Flüchtlingslager gefahren, um 21 Uhr war er wieder in seiner Unterkunft. "Mittlerweile sind mehr als 600 000 Flüchtlinge im Land", sagt er. "Die Menschen hier sind dringend auf Hilfe angewiesen."

Insgesamt sollen durch die Dürre in Äthiopien, Kenia, Somalia und Dschibuti mehr als 13 Millionen Menschen vom Tod bedroht sein. Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervor. Grund ist der Ausfall zweier Regenzeiten. Die Ernte fiel aus, Brunnen und Wasserstellen versiegten, das Vieh verdurstete. Kämpfe in Somalia und im Sudan haben eine Flüchtlingswelle nach Äthiopien ausgelöst. Für Wolfgang Nierwetberg war klar: Er muss ans Horn von Afrika, er muss etwas tun. Mehr als 30 Jahre war der gebürtige Herrenshoffer in der Katastrophen- und Entwicklungshilfe tätig, von 1994 bis 2007 als "Help"-Geschäftsführer. Vor vier Jahren ging Nierwetberg in Altersteilzeit. Für drei Monate ist er nun wieder im Einsatz. In Kenia unterstützt "Help" 12 000 Familien, darunter vor allem Kleinbauern und Hirten.

Unterstützt werden Nierwetberg und seine Kollegen von der kenianischen Partnerorganisation "Kumea". "Die Zusammenarbeit funktioniert gut. Aber wir haben eine Menge harter Arbeit vor uns", sagt Nierwetberg. Vor Weihnachten wird der Entwicklungshelfer für kurze Zeit nach Deutschland zurückkehren und versuchen, weitere Gelder für die Ostafrika-Hilfe zusammenzubekommen. "Alleine mit unseren bisherigen Spendengeldern ist das nicht zu stemmen."

Was Nierwetberg und die Kenianer eint ist die Hoffnung auf die nächste Regenzeit. "Wir müssen sehen, dass die Bauern ihre Felder wieder bestellen können", sagt er. Doch dafür mangelt es an Saatgut. Zudem werden landwirtschaftliche Geräte benötigt. "Bessere Hacken, Harken oder Schaufeln würden schon helfen", erklärt Nierwetberg. Selbst kleine Dinge können die notleidende Bevölkerung entscheidend voranbringen.

Die Zeit in Deutschland wird Nierwetberg auch nutzen, um seine Ehefrau und die Kinder zu sehen. Der Entwicklungshelfer ist dreifacher Vater und zweifacher Großvater. Zunächst aber geht es wieder hinaus in die Umgebung von Nairobi. Es könnte wieder ein langer Tag werden für Wolfgang Nierwetberg. Er macht das gerne. Denn er weiß: Seine Arbeit kann Leben retten.

(NGZ)