Elephants Grevenbroich: Alles reine Nervensache

Elephants Grevenbroich : Alles reine Nervensache

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Auch wenn sich Samstag mit Bremen der noch sieglose Tabellenvorletzte in Gustorf vorstellt, um den Sturz auf einen Abstiegsplatz zu vermeiden, müssen die Zweitliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich mächtig beißen .

Richten sich mit den Elephants auf ein knallhartes Duell ein: Trainer Raphael Wilder, Timo Verwimp, Rafael Wilczek und Rico Grier (v.l.).

NGZ-Foto: M. Reuter

Die Zweitliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich stehen nach der ärgerlichen 81:86-Pleite in Essen wieder genau da, wo sie eigentlich nicht mehr hin wollten, nämlich mit dem Rücken zur Wand. Wie schon vor zwei Wochen gegen die SG Braunschweig (74:68) muss Samstag Abend (19 Uhr, Halle am Torfstecherweg in Gustorf) gegen den noch sieglosen Tabellenvorletzten Bremen Roosters unbedingt ein Heimsieg her, um den Sturz auf einen Abstiegsplatz zu vermeiden.

Vorsorglich macht Trainer Raphael Wilder schon mal auf Optimismus, vertraut darauf, "dass wir zu Hause immer die Nerven behalten haben, wenn's drauf ankommt." Doch auch er weiß um die Schwere der Aufgabe. "Ich habe mir drei Tapes von Bremen besorgt, und ich sehe eine Mannschaft, die besser spielt als es die Tabelle ausweist", warnt er. Besonders beeindruckt zeigt er sich von der Defensive der Hansestädter: "Die verteidigen nicht wie ein Looser-Team. Ihre im Angriff vielleicht fehlende Souveränität machen die durch eine aggressive Defense wett."

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Er jedenfalls hat seine Schützlinge auf einen Gegner eingestellt, der über 40 Minuten Druck auf den ballführenden Spieler ausübt, der mit Vorliebe zum taktischen Mittel der Ganzfeldpresse greift. Die daraus zwangsläufig resultierenden Ballverluste müsse sein Team verkraften, fordert Wilder. "Es dürfen halt nur nicht zu viele sein. Wir dürfen nicht den Kopf verlieren."

Als Mahnung nimmt er die letzten Ergebnisse des neuformierten Kontrahenten. In Hagen (81:89) lagen die Roosters eine Minute vor Schluss nur mit 74:75 zurück und gegen Düsseldorf (75:77) führte die Mannen von Trainer Rolf Peil zwischenzeitlich bereits mit zwölf Punkten. Am vergangenen Mittwoch setzte es im Pokal gegen Wolfenbüttel nach einem 44:39-Vorsprung zur Pause erneut eine knappe 84:88-Niederlage. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die ihr erstes Spiel gewinnen", ist Wilder überzeugt, "denn wer so verteidigt wie Bremen, dessen Moral scheint intakt".

Kollege Peil sieht die Sache ähnlich. Auf seinem Wunschzettel stehen für Samstag in Grevenbroich "unsere ersten beiden Punkte, um dann mittelfristig auf Platz zwölf vorzurücken". Sein ungemein athletisches Team, "die springen wie die Kängurus" (Wilder), wird angeführt von LaRon Steven Mapp (11,6 Punkte im Schnitt), auch wenn der Amerikaner bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Unter den Körben sind sein Landsmann Vincent Whitt und der Däne Jens Hakanowitz (fehlte wegen einer Verletzung am Sprunggelenk zuletzt zwei Spiele) zu beachten.

Whitt erzielt pro Partie 20 Punkte im Durchschnitt und holt 8,6 Rebounds, Hakanowitz, an dem im Sommer auch die Elephants großes Interesse zeigten, verbucht bislang 17 Punkte und 9,2 Rebounds auf seinem Konto. Die Elephants gehen nicht ganz optimal vorbereitet in das Duell, denn unter der Woche standen im Training nie mindestens zehn Spieler zur Verfügung: Franz-Josef Grips, dessen Einsatz weiter ungewiss ist, plagt sich mit Schmerzen am Fuß herum, Thomas Soltau, der in Essen böse umgeknickt war, hat ebenso nicht trainiert. Rafael Wilczek (Grippe) setzte zwei Mal aus, Sven Klesper (Verletzung am Finger) und Matthias Wojdyla (erkältet) bissen auf die Zähne.

Nichtsdestotrotz glaubt Wilder einen Weg gefunden zu haben, wie er das kollektive Versagen seiner Spieler in engen Phasen zukünftig vermeiden kann. Allerdings will er auf diesem Thema nicht weiter herumreiten, "ansonsten wird das nachher noch zum Trauma".

(NGZ)
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