Jüchen: Alles hört auf Frau Oberst Ilona Beniers

Jüchen : Alles hört auf Frau Oberst Ilona Beniers

Ilona Beniers verließ als 16-Jährige Priesterath/Stolzenberg, doch sie kehrte vor drei Jahren als Hahnenkönigin der Dorfgemeinschaft zurück. Seit dem vergangenen Heimatfest kümmert sich die 44-Jährige zudem um das schmucke Auftreten des Regiments – als Frau Oberst.

Ilona Beniers verließ als 16-Jährige Priesterath/Stolzenberg, doch sie kehrte vor drei Jahren als Hahnenkönigin der Dorfgemeinschaft zurück. Seit dem vergangenen Heimatfest kümmert sich die 44-Jährige zudem um das schmucke Auftreten des Regiments — als Frau Oberst.

Seit dem Heimatfest hört das gesamte Regiment in Priesterath-Stolzenberg auf Ilona Beniers, sie ist die einzige Frau in dieser Spitzenposition. "Das kam spontan, wie so vieles in meinem Leben", erklärt die 44-Jährige. "Die Aufgabe war für mich neu, aber wir sind überall angekommen", ergänzt sie lächelnd. Ihr Vorgänger Wolfgang Merten war 2011 kurzfristig ausgefallen. Ilona Beniers, als Chefin von zwei Fahrschulen gewohnt mit anzupacken, zögerte nicht lange und sprang ein.

Spaß an Autos und Motorrädern

Zu Priesterath/Stolzenberg hat sie eine besondere Beziehung, sie fühlt sich den Menschen ihrer früheren Heimat sehr verbunden: "Als ich 16 war, stand die Umsiedlung unserer Familie an; meine Eltern zogen damals nach Brempt." Doch über ihren Großvater Heinrich Cremer (94) hielt Ilona Beniers Kontakt, für die Dorfgemeinschaft schlägt unverändert ihr Herz. Hier repräsentierte sie bereits als Hahnenkönigin — ebenfalls eine Seltenheit im Rhein-Kreis Neuss. "In Priesterath gibt es nicht so viele Aktive, da müssen wir uns", meint Beniers und ließ sich zur "Frau Oberst" wählen.

Aus ihrer Familie stammten viele Königspaare: Heinrich Cremer war nicht nur vor 54 Jahren der erste König des Doppeldorfes, sondern übernahm diese Würde vor vier Jahren erneut. Auch Ilona Beniers Eltern, Helmut und Ingrid Beniers, repräsentierten 1973 und 2003 als Königspaar. Und nicht zu vergessen Ilona Beniers Onkel Erwin Cremer, der noch im alten Ort Priesterath 1977 mit seiner Frau Inge die Königskette trug und dies 2009 wiederholte. "Wenn es keinen König gibt, kommt die Lösung oft aus unserer Familie," erzählt Heinrich Cremer (90).

Vor zwei Jahren war es dann Ilona Beniers, die als Hahnenkönigin einsprang. Eigentlich lebt die 44-Jährige in Brempt am Hariksee und betreibt dort zwei Fahrschulen. Vor drei Jahren war sie am Krönungstag mit ihrem Mann Markus (besser bekannt als "Friedel") und ihren beiden Hush Puppies in Köln auf dem Hundeplatz; in Priesterath stand zeitgleich das "Hahneköppen" an. Neun Mal telefonierte Ilona Beniers mit ihrer Schwester Andrea Merten — immer noch fehlte ein König. Für Ilona Beniers stand das Ziel fest: Auf nach Priesterath. Bei Tempo 120 in einem 2CV fragte sie ihren Mann, ob er Prinzgemahl werden würde. "Da konnte er ja schlecht ,Nein' sagen, auch wenn er nicht gerne im Vordergrund steht", erzählt Ilona Beniers.Gerade rechtzeitig zur Krönung erreichte sie Priesterath.

Auch die kommenden Heimatfeste werden nicht ohne die frühere Hanhenkönigin gefiert — denn jetzt gibt sie als Frau Oberst den Ton.

(NGZ/rl)
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