Fußball : Alle jagen Odenkirchen

Im dritten Anlauf will die Spvg Odenkirchen den Aufstieg aus der Fußball-Bezirksliga in die Landesliga packen. Aus Sicht des Rhein-Kreises können ihr dabei vor allem Kaarst, Dormagen und Jüchen gefährlich werden. Doch auch die restlichen sieben Teams spielen um mehr als den Ligaverbleib

Irgendwie erinnert alles ans Vorjahr in der Mönchengladbacher und Neusser Bezirksliga, die nun in Gruppe 5 anstatt 4 eingeteilt ist. Als Titelkandidaten Nummer eins erkennen so ziemlich alle Trainer die Spvg Odenkirchen an, die sich mit der Favoritenrolle aber in der Vergangenheit nicht gerade leicht tat. Dahinter lauern zahlreiche Teams auf ihre Chance. Unübersichtlich wird es hingegen im Abstiegskampf: Vier Mannschaften müssen runter, so stark abfallen wie der VfR Neuss und der VfB Korschenbroich im Vorjahr wird wohl keine Mannschaft mehr.

Führt die in die Bezirksliga aufgestiegene Reserve des VdS Nievenheim an: Routinier André Grunzel (2. v. l.). Foto: Archiv

Die Aufstiegskandidaten Auch in diesem Jahr wird der Titelkampf wohl an der Beller Mühle entschieden: Die Spvg Odenkirchen verpasste den Aufstieg zuletzt zweimal. In Torwart Kevin Afari (TuS Grevenbroich) und Verteidiger Milan Lakobrija (SV Lürrip) kommen nun zwei weitere Topleute, die dem Team um Thorben Schmitt, Faouzhi Hammouche und Christoph Spinrath (zusammen 56 Tore) Stabilität geben sollen. Wenn die SG Kaarst, die sich unter anderem mit Alexander Cule verstärkte, an die Vorjahresform anknüpfen kann, wird sie erneut zum Herausforderer.

Der junge Kern der Mannschaft (sechs potenzielle Stammkräfte sind 21 oder jünger) hat noch Luft nach oben, wird aber sicherlich nicht mehr unterschätzt werden. Gefährlich kann auch der TSV Bayer Dormagen werden, der sich in Markus Paffendorf (VdS Nievenheim) den Knipser gesichert hat, der bisher fehlte. Die beste Defensive der Liga (29 Gegentore) blieb unverändert und dürfte erneut höchsten Ansprüchen genügen. Genau wie der VfL Jüchen-Garzweiler, der mit der nahezu identischen Elf des Vorjahres erneut eine gute Rolle spielen kann. Die 25 Punkte, die der bodenständige VfL um Trainer Georg Krahwinkel aus den letzten neun Spielen holte, zeigen, was möglich ist.

Das Mittelfeld An die Qualität des Quartetts kommt kein anderes Team heran, doch auch der Kampf um die Mittelfeldplätze hat es in sich: Interessant wird sein, wie der 1. FC Grevenbroich-Süd (Altersschnitt: 21) mit Trainer Jürgen Latajka die Abgänge von Dennis Brock, René Pütz und Michael Kuhn auffangen kann. In Umut Altunbas und Murat Köktürk kommen dafür vom SVG Grevenbroich zwei Ausnahmekönner in die Südstadt. Beim SC Kapellen II blieb bis auf den neuen Coach Ricardo Schnock alles beim Alten. Wird die Reserve konstanter und muss sie nicht allzu viele Spieler an die Erstvertretung abgeben, ist Platz fünf möglich.

Der SSV Delrath ist laut Trainer Engin Dogan so fit wie nie, vier Spieler lotste er vom Landesligisten FC Pesch auf die Delrather Asche. Dort kann der SSV jeden schlagen. Teutonia Kleinenbroich versucht es mit dem Trainerduo Juppi Coenen/Günter Siegers. Bleiben die Teutonen vom enormen Verletzungspech des Vorjahres verschont, sollte der Abstiegskampf vermieden werden können. Aufsteiger Holzheimer SG verlor in der Kreisliga A kein einziges Spiel und kann mit den Neuzugängen wie Thomas Maschke und Yannik Neumann auch eine Liga höher einen gesicherten Platz erreichen.

Der Abstiegskampf Höchste Brisanz verspricht der Überlebenskampf. Schwer haben werden es dort vor allem die Sportfreunde Neuwerk, die neben Trainer Jörg Neun auch zahlreiche Stammspieler abgaben.

Die DJK/VfL Giesenkirchen schleppte sich schon in diesem Jahr gerade so ins Ziel, große Verstärkungen blieben aus. Erfahrung bringt in dieser Hinsicht auch die DJK Gnadental mit, die sich dank einer Steigerung in der Rückrunde rettete. Trainer Hermann-Josef Otten verstärkte den Kader in der Breite, um Verletzungen aufzufangen, die sich durch die gesamte letzte Saison zogen. Hat diese Misere ein Ende und kann Neuzugang Christoph Kattner die Lücke füllen, die Alexander Cule hinterlässt, ist sogar ein Platz im Mittelfeld drin.

Auf selbigen schielt auch der VdS Nievenheim II, der gleich zehn Neue präsentierte, als Ziel aber nur den Klassenerhalt ausgibt. Für die nötige Erfahrung sorgen Veteranen wie André Grunzel und Sascha Querbach, die jahrelang für die Erstvertretung spielten. Schwer haben wird es erneut auch Grün-Weiß Holt. Die Aufsteiger Viktoria Rheydt und 1. FC Mönchengladbach II bringen spielerische Klasse mit, müssen sich aber schnell an den rauen Existenzkampf gewöhnen.

(pas-)