Alexandra Höffgen und Vera Spanke starten bei Ruder-WM in Linz

Rudern : Die Reise nach Tokio beginnt in Linz

Die Ruder-WM ist die erste (und beste) Gelegenheit, sich für Olympia zu qualifizieren – auch für Alexandra Höffgen und Vera Spanke.

Kartengrüße sind selten geworden. Der Frauen-Vierer des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bildet da eine rühmliche Ausnahme. Von der Vorbereitung auf die ab Sonntag im österreichischen Linz -Ottensheim ausgetragenen Ruder-Weltmeisterschaften schickte die Crew um Alexandra Höffgen (Neusser Ruderverein), Ida Kruse (Münster), Juliane Faralisch (Frankfurt) und Isabelle Hübner (Potsdam) jetzt einen solchen an die NGZ-Sportredaktion.

„Für uns ist es endlich soweit. Wir kämpfen hart um die Olympiaplätze und der Traum von Olympia rückt dank Trainerwechsel und kompletter Trainingsumstellung näher,“ schreibt Alexandra Höffgen und verspricht: „Wir geben alles!“ Das wird das neu formierte Quartett – Sophie Oksche fehlt weiterhin aus Verletzunsgründen – auch müssen, um in einem Jahr in Tokio dabei zu sein. Denn nur die Boote auf den Plätzen eins bis acht qualifizieren sich direkt für Olympia. Verpassen Höffgen und Co. eine solche Platzierung, bleibt nur noch die Hoffnung auf die weltweite Qualifikationsregatta im kommenden Jahr (aller Voraussicht nach auf dem Luzerner Rotsee), bei der dann aber nur noch zwei Startplätze für Tokio vergeben werden.

Vera Spanke (l.). Foto: Bernhard Spanke

Kein leichtes Unterfangen also, denn für Linz haben 16 Vierer gemeldet. Für die 25 Jahre alte Neusserin und ihre Teamkolleginnen bedeutet das: Mindestens Platz zwei im B-Finale belegen, denn sechs Boote bestreiten das A-Finale am Samstag, 31. August, um 14.58 Uhr.

Los geht’s für das Quartett gleich am ersten WM-Tag, am Sonntag, wenn zwischen 12.09 und 12.19 Uhr die beiden Vorläufe gestartet werden. Nur die beiden Ersten jedes Laufs qualifizieren sich direkt für das Halbfinale am Donnerstag (29.), den anderen bleibt nur der Weg über den Hoffnungslauf am Dienstag (27.). „der Vierer ohne hat einige Ups and Downs hinter sich, aber mit dem aktuellen Stand bin ich zufrieden,“ sagt Tom Morris, der aus Neuseeland stammende neue Disziplintrainer für den Riemenbereich bei den Frauen, nach Trainingslager und einem Test unter Wettkampfbedingungen auf der olympischen Regattastrecke von 1972 in Oberschleißheim bei München und konstatiert: „Alle haben weitere Schritte nach vorne gemacht.“

In einer Zwickmühle steckt hingegen die zweite WM-Starterin des Neusser Rudervereins. Vera Spanke geht zusammen mit Leonie Pless (Düsseldorf), Leonie Pieper (Frankfurt) und Ronja Fini Sturm (Brandenburg) im Leichtgewichts-Vierer an den Start. Der ist allerdings nicht olympisch – alle vier hoffen deshalb auf einen Platz im Zweier, der als einziges Leichtgewichts-Boot der Frauen in Tokio dabei ist. Falls er sich qualifiziert, dafür müssten die für Linz nominierten Sophia Krause und Katrin Thoma (beide Frankfurt) einen Platz unter den besten Sieben belegen. Tun sie das, sinken die Chancen von Spanke und Co., vor Tokio noch einen Platz im Boot zu ergattern. Tun sie das nicht, werden die Karten neu gemischt, doch im kommenden Jahr gibt es nur noch zwei Qualifikationsmöglichkeiten. Im Vierer muss die 22-Jährige angesichts von nur fünf gemeldeten Booten keinen Vorlauf, sondern am Dienstag nur ein Bahnverteilungsrennen für den Endlauf am Freitag bestreiten.

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