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Korschenbroich: Albert Richter bleibt SPD-Chef

Korschenbroich : Albert Richter bleibt SPD-Chef

Albert Richter wird den SPD-Stadtverband auch in den kommenden beiden Jahren führen. Für einigen Wirbel hatte vor der Wahl ein überraschender Gegenkandidat gesorgt, der inzwischen aus der Partei ausgetreten ist.

Albert Richter bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender des SPD-Stadtverbands Korschenbroich. Mit 19 Ja- bei sechs Gegenstimmen bestätigten die SPD-Mitglieder den Vorsitzenden in seinem Amt. "Ein sehr gutes Ergebnis", fand Richter, der den Stadtverband seit 2005 führt. Er hatte zuvor in einer Rede vor den Mitgliedern von einer "guten Bilanz" der ersten 18 Monate Kooperation mit der CDU im Stadtrat gesprochen, erinnerte aber auch an die enttäuschenden Ergebnisse der SPD in vielen Wahlen auch auf örtlicher Ebene. Die SPD müsse deshalb auch in Korschenbroich "offensiv vertreten", dass sie "für die Bürger etwas Positives erreicht" habe. Richter nannte etwa die Pumplösung für Kleinenbroich und Herrenshoff und die Neugestaltung der Stebastianusstraße.

In den Wochen vor der Vorstandswahl hatte es Wirbel um einen überraschenden Gegenkandidaten gegeben, der seine Kandidatur aber wieder zurückzog und im Streit aus der Partei austrat: Holger Derks hatte sich selbst für die Wahl aufgestellt und Richter in einem Brief vorgeworfen, er wirke amtsmüde und sein Auftreten demotiviere die Mitglieder. Es gehe in der Partei das Gerücht um, Richter würde nicht erneut für das Amt kandidieren, wenn sich eine Alternative finde, schrieb Derks in dem Brief. Und fügte selbstbewusst hinzu: "Die Alternative lautet Holger Derks."

Zur Wahl trat Derks aber nicht mehr an, weil es zuvor Streit gegeben hatte, ob der Gegenkandidat sich in einem Brief an die Mitglieder vorstellen dürfte. Dies wurde vom bisherigen Vorstand abgelehnt, da es üblich sei, sich erst auf der Mitgliederversammlung vorzustellen. Außerdem nannte der Vorstand datenschutzrechtliche Bedenken. Derks zog daraufhin die Kandidatur zurück und trat aus der Partei aus.

Der Vorstand verteidigte sein Vorgehen auf der Versammlung gegen Kritik einiger Mitglieder. "Wir haben formal richtig gehandelt", sagte Richter. Er habe sich aus der Diskussion zudem herausgehalten.

Bei der Versammlung wurde aber auch deutlich, dass Derks wohl keine Chancen auf den Vorsitz gehabt hätte. Wie der bisherige stellvertretende Vorsitzende Marcus Klancicar sagte, der aus privaten Gründen nach vier Jahren nicht mehr für dieses Amt kandidierte, war Derks nur einige Monate Parteimitglied gewesen und in dieser Zeit bereits mehrfach aus- und wieder eingetreten. Mehrere Anwesende äußerten zudem, er sei bei den Parteimitgliedern oder seinem Ortsverein Kleinenbroich wenig bekannt gewesen und kaum aufgefallen.

(NGZ)