Korschenbroich: Aktive kritisiert Feuerwehr-Pläne

Korschenbroich : Aktive kritisiert Feuerwehr-Pläne

Glehn oder Pesch – welche Feuerwache muss dringender modernisiert werden? Das fragt die Aktive und kritisiert die geplante Erweiterung in Glehn als "zu teuer". Bürgermeister Dick spricht von "kommunalpolitischem Gerangel".

Glehn oder Pesch — welche Feuerwache muss dringender modernisiert werden? Das fragt die Aktive und kritisiert die geplante Erweiterung in Glehn als "zu teuer". Bürgermeister Dick spricht von "kommunalpolitischem Gerangel".

Für 420 000 Euro soll das Feuerwehrgerätehaus in Glehn erweitert werden. So sieht es der Brandschutzbedarfsplan vor, den Verwaltung und Feuerwehrleitung erarbeitet haben. Doch im jüngsten Bauausschuss regte sich jetzt Kritik an dem Projekt. "Die Kosten stehen in keinem Verhältnis", monierte Eberhard Böhm (Aktive). "Andere Feuerwehrwachen — unter anderem in Pesch — haben vielleicht einen größeren Bedarf." Ähnlich argumentierte Matthias Greiner-Petter von den Grünen.

"Wollen keinen goldenen Löffel"

Nur bedingt kann Korschenbroichs Feuerwehr-Chef Frank Baum die Kritik nachvollziehen. "Der Rat hat den Brandschutzbedarfsplan verabschiedet, man hätte ja schon damals nachfragen können", sagt Baum. Verständnis hat der Wehrführer für die Diskussion um die Kosten. "Den ersten Entwurf haben wir von der Feuerwehr sogar selbst kritisiert, weil er zu teuer war. Wir wollen keinen goldenen Löffel, sondern lediglich einen funktionalen Bau." Dabei weiß Baum: Modernisierungsbedarf besteht an einigen Wachen in der Stadt. "Das Feuerwehrhaus in Kleinenbroich muss umgebaut werden, in Pesch muss ein neues Grundstück gefunden werden, in Korschenbroich brauchen wir eine neue Umkleidekabine." Der Brandschutzbedarfsplan setze Prioritäten. "In Glehn ziehen sich die Frauen zu Hause um, da kein Platz vorhanden ist. Hier muss dringend etwas geschehen."

Doch auch Peschs Löschgruppen-Chef Hermann-Josef Herten klagt: "Uns fällt langsam das Dach auf den Kopf." Das Gerätehaus sei marode, die Wände teilweise schon abgesackt, die Heizung falle aus. "Wir haben im vergangenen Jahr alleine 3500 Euro für die Heizkosten zahlen müssen, da das Haus überhaupt nicht isoliert ist", schildert Herten. 20 Personen umfasst die Löschgruppe in Pesch zurzeit. 48 Ehrenamtler sind in Glehn aktiv. Den Ausbau in Glehn kritisiert Herten nicht, doch zügig müsse auch in Pesch etwas geschehen. Das Problem: Noch ist kein passendes Grundstück für einen Neubau gefunden. "Neben der Kirche wäre es natürlich ideal. Ich weiß aber nicht, ob das durchsetzbar ist", zweifelt der Pescher. Um die Probleme bei der Feuerwehr weiß auch Bürgermeister Heinz Josef Dick. Der Vorstoß der Aktive sei allerdings "nur kommunalpolitisches Gerangel". "Natürlich sind die Modernisierungen ein finanzieller Kraftakt für die Stadt", betont Dick. "Doch wir können froh sein, eine starke Freiwillige Feuerwehr zu haben." Denn kostengünstiger sei eine Berufsfeuerwehr nicht. "Der Bedarfsplan sieht nicht ohne Grund eine bestimmte Reihenfolge vor. Ich glaube, die große Mehrheit weiß, dass wir uns an ihn halten sollten."

(NGZ)