Pescher Friedhof: „Aktive“ für Aufschüttung

Pescher Friedhof : „Aktive“ für Aufschüttung

Von Ruth Wiedner

Zum Dauerthema entwickelt sich zurzeit der Pescher Friedhof. Während die Bürger im Korschenbroicher Stadtteil um "ihren Friedhof" fürchten, suchen die politischen Parteien nach einer für alle Bürger im Stadtgebiet akzeptablen Lösung. Wird der Pescher Friedhof erweitert oder geschlossen? - Mit dieser schwierigen Frage befasst sich zurzeit ein interfraktioneller Arbeitskreis.

Da es sich um ein äußerst sensibles Thema handelt, dem man gerecht werden will, entschied dann auch der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung, einen interfraktionellen Arbeitskreis mit der Aufgabenlösung zu betrauen. Der Arbeitskreis tagt am kommenden Mittwoch.

Bereits am Freitag (4.) will sich der CDU-Ortsverband Korschenbroich-Pesch mit dem Thema öffentlich befassen. Die Vorentscheidung wird allerdings erst am Dienstag (8.) fallen, wenn der Bauausschuss über das zu verabschiedende Friedhofskonzept und damit über die Zukunft des Pescher Friedhofes entscheiden wird.

Der Pescher Friedhof wurde 1961 mit großer Eigenleistung der dortigen Dorfgemeinschaft angelegt. Von der Optik - die nur von Holzkreuzen geprägt wird - unterscheidet er sich deutlich von den weiteren sieben Friedhöfen im Stadtgebiet. Allerdings werden die Grabstätten dort knapp. Nach Schätzungen der Verwaltung werden dort Beerdigungen nur noch bis etwa 2009 möglich sein. Eine kostspielige Erweiterung ist ebenso im Gespräch wie die Form der Folienbeisetzung.

"Der Friedhof gehört zu Pesch wie die Kirche", kämpft seit Wochen Vize-Bürgermeister Hans-Willi Türks (CDU) für den Erhalt. Natürlich sollen sich die zusätzlichen Kosten - die auf alle Bürger im Stadtgebiet umgelegt werden - nach seinen Vorstellungen möglichst in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Und so könnte sich Türks auch mit der kleinen Lösung - geringere Erdaufschüttung und Folienbestattung - anfreunden. Für die Ratsfraktion "Die Aktive" ist dies allerdings keine Alternative.

Fraktionsvorsitzender Christian Külbs weist im Vorfeld der Beschlussfassung im Ausschuss nochmals auf die Grundwasser-Situation hin. Gegenüber der NGZ erklärte er am Donnerstag: "Der Pescher Friedhof ist ebenso falsch angelegt worden wie unsere Häuser." Für ihn und auch für die Ratsmitglieder Peter Drüll und Jutta Goebel steht fest: "Wenn der Störfaktor Grundwasser nicht wäre, hätten Politik und Verwaltung das Problem schon vor Jahren gelöst." Külbs fordert in dem Zusammenhang, dass die Zwangseinleitung im Hoppbruch zurückgefahren wird.

"Die Aktive" steht einer Erweiterung aber nicht im Wege, allerdings stimmt sie nur zu, wenn der Friedhof eine erforderliche Erdanschüttung von 2,50 Meter erfährt. Drüll: "Nur dann kann der Friedhof den dort Begrabenen eine ordentliche Ruhestätte garantieren." Mit der Folienbestattung, für die jedem Angehörigen in der Stunde seines größten Schmerzes noch 530 Euro zusätzlich abverlangt werden, konnten sie sich nicht anfreunden.

(NGZ)