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Korschenbroich: Aktiv zwischen Arbeit und Ruhestand

Korschenbroich : Aktiv zwischen Arbeit und Ruhestand

In diesem Herbst entließ die Stadt die letzten beiden Zwar-Netzwerke in die Selbstständigkeit. Inzwischen gibt es fünf Gruppen in Korschenbroich. Sie sollen Männern und Frauen ab 50 Jahren helfen, ihre Freizeit mit Sinn zu füllen.

Fünf Zwar-Netzwerke gibt es inzwischen in Korschenbroich. Im Herbst verabschiedeten sich jetzt die letzten beiden in Kleinenbroich in die Selbstständigkeit.

Adelheid Buck ist Sprecherin der Doppelkopf-Gruppe des Zwar-Netzwerks in Kleinenbroich. Sie ist seit dem ersten Treffen begeistert von dem Konzept. Auch Geocaching befindet sich inzwischen im Programm. Foto: Reichartz/Dupke

Zwar – das steht für: zwischen Arbeit und Ruhestand. Seit mehr als 30 Jahren existieren die Netzwerke in Nordrhein-Westfalen. Sie richten sich an Frauen und Männer ab 50 Jahren, die Kontakte knüpfen, einander helfen oder etwas in Gemeinschaft unternehmen wollen. An Menschen wie die Kleinenbroicherin Adelheid Buck.

"Wir haben fünf Kinder. Oft haben wir Gesellschaftsspiele gespielt. Jetzt sind sie aber erwachsen. Nur noch ein Sohn wohnt bei uns", erzählt die 61-Jährige. "Als sie aus dem Haus waren, fiel es mir zunächst sehr schwer. Ich hatte plötzlich sehr viel freie Zeit." Dann entdeckte Buck das Zwar-Netzwerk. Inzwischen ist sie Sprecherin der Doppelkopf-Gruppe. Auch an den sogenannten Basis-Treffen, die an jedem zweiten Dienstag nachmittags und abends stattfinden, nimmt Buck regelmäßig teil. "Es ist toll, wie viele und interessante Menschen man kennenlernt, die man sonst vielleicht nur auf der Straße gegrüßt hätte", sagt Buck.

Zwar-Netzwerke verfügen nicht über eine formale Struktur oder Hierarchie, organisiert werden sie allein von den Mitgliedern. In den ersten zwei Jahren werden sie allerdings von den Kommunen unterstützt. Korschenbroichs stellvertretende Sozialamtsleiterin, Petra Köhnen, kümmerte sich bis jetzt im Herbst um das Netzwerk in Kleinenbroich. Schnell war das Interesse so groß, dass zwei Basisgruppen in dem Ortsteil gebildet werden mussten. Zwar-Mitglieder engagieren sich den Leitlinien nach in vierfacher Hinsicht: "Ich für mich" (Eigenverantwortung), "Ich mit anderen für mich" (Mitverantwortung im Zwar-Netzwerk), "Ich mit anderen für andere" (bürgerschaftliches Engagement außerhalb des Netzwerks), "Andere mit anderen für mich" (gegenseitige Unterstützung). "Es gibt inzwischen unter anderem Wandergruppen, Spieleabende, Gesprächs- und Diskutierkreise, Fahrradtouren sowie einen Theaterkursus", berichtet Adelheid Buck. Auch Vorträge von Experten etwa zu ernährungswissenschaftlichen Themen organisiert das Netzwerk. Insbesondere schwärmt Buck von der Ausflugsgruppe. "Jeden Monat versuchen wir, einen Ausflug zu unternehmen. Wir waren schon in Danzig, bei einer Kerzenfabrik, einem Orgelbauer und sind auf den Kölner Dom geklettert."

Am 13. November verabschieden sich die Kleinenbroicher Netzwerker jetzt von Petra Köhnen. Sorge um ihre selbstständige Zukunft haben sie nicht. "Wie haben unheimlich viele Ideen", sagt Buck. "Darüber hinaus hat uns die Stadt bereits zugesichert, dass wir uns zu den Basis-Treffen weiterhin im Alten Bahnhof treffen dürfen."

(NGZ)