Jüchen : Ärger wegen Hallen-Richtfest

Gemeindesportverbandschef Heinz Kiefer ist verärgert und bleibt dem Richtfest für die Dreifachsporthalle fern. Der Termin sei mit Verband und SG Rot-Weiß Gierath nicht abgesprochen. Bürgermeister Zillikens widerspricht ihm.

Bedburdyck/Gierath Der Rohbau steht, die großen Träger fürs Dach sind montiert. Am Dienstag, 19. Juni, 16 Uhr, wird mit 85 geladenen Gästen Richtfest für die neue Dreifachsporthalle Bedburdyck/Gierath gefeiert – ein 3,7-Millionen-Euro-Projekt. Doch im Vorfeld gibt's Ärger, zwischen Gemeinde und dem Vorsitzenden des Gemeindesportverbands (GSV) Jüchen, Heinz Kiefer, kriselt es: Er bleibt dem Termin fern. "Hier werden Ehrenamtler missachtet, da fehlt Sensibilität", wettert er.

Seine Kritik: "Der Termin fürs Richtfest wurde weder mit dem Gemeindesportverband noch mit der SG Rot-Weiß Gierath abgesprochen." Kiefer ist auch Vorsitzender der Sportgemeinschaft, und sieht auch diese nicht ausreichend einbezogen. "Dabei gehört die SG zu den Vereinen, die die Halle, für die Ehrenamtler seit 26 Jahren kämpfen, künftig nutzen und die den Betrieb übernehmen wollen", unterstreicht er. "Wir hatten uns bereit erklärt, beim Richtfest fürs Catering – für Imbiss und Getränke – zu sorgen. Wir wollten damit die Gemeinde finanziell entlasten. Dafür sollten doch vor einer Einladung erst einmal die Details mit den Beteiligten abgesprochen werden", sagt Kiefer. "Die SG wird die Kosten nun nicht übernehmen." Er ärgert sich zudem noch immer, "dass am Spatenstich für die Halle kein Vertreter des Sports mit am Spaten stand".

Nicht nur Kiefer, auch GSV-Kassierer Dieter Verhees wird am Dienstag nicht auf der Baustelle sein. "Erstens bin ich nicht eingeladen, obwohl ich im Verband und in der SG im Vorstand bin. Das ist ein merkwürdiges Verhalten. Zum anderen ist die Zeit nicht so gewählt, dass alle Berufstätigen daran teilnehmen können. Ich denke, dass man mit dem Polier einen Termin am Samstag-Vormittag hätte vereinbaren können."

Ganz anders sieht das Thema Bürgermeister Harald Zillikens. "Ich kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Der Termin wurde meines Wissens mit allen Beteiligten abgesprochen und sogar auf Bitten von Eingeladenen nochmals verschoben", erklärt der Verwaltungschef. "Außerdem ist ein Richtfest in erster Linie als Dank für die Arbeiter gedacht, so dass wir deren Arbeitszeiten berücksichtigt haben". Dem Sportverband stehe es aber frei, bei der Veranstaltung ein Grußwort zu sprechen. "Ich bin der letzte, der etwas gegen den Sport hat, ich bin selbst DLRG-Vorsitzender. Und die Gemeinde hat in sechs Jahren rund 13 Millionen Euro für den Sport ausgegeben." Auch die Kritik zum Spatenstich lässt Zillikens nicht gelten: "Mit dabei war Horst Schröder. Er ist Sportausschussvorsitender und Ehrenvorsitzender des Gemeindesportverbands."

(NGZ)